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Rinteln Stadt Zeit am Ernestinum für 111 Schüler beendet
Schaumburg Rinteln Rinteln Stadt Zeit am Ernestinum für 111 Schüler beendet
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23:32 28.06.2019
Der Lehrer-Chor: „Scheiden tut so weh – tschüss, ade!“ Quelle: cok
Rinteln

Nun, am Ziel angelangt, ist allen klar, dass damit zugleich eine neue Reise beginnt. „Jahrelang wurdet Ihr eingesperrt und dressiert, und nun seid Ihr frei“, scherzte Bürgermeister Thomas Priemer in seiner traditionellen Rede, in der er die Schulzeit diesmal mit einem „Circus Halligalli“ verglich. „Das Abi ist der Einstieg in den Zirkus der großen, weiten Welt.“

Auch Auetals Bürgermeister Heinz Kraschewski, der speziell den 19 Auetaler Abiturienten gratulierte, sprach davon, dass nun das „echte Leben“ beginne, auf das die Schule hoffentlich so vorbereitet habe, dass alle „gemeinsam die Welt zu einem besseren Ort machen“. Zum guten Teil hätten die Schüler bereits dazu beigetragen, betonte Sawade: „Ihr seid der Jahrgang, der ganz vielen jungen Flüchtlingen geholfen hat, Schule und das Abitur zu bestehen.“

Markus Struck (Schulelternrat) und Eckard Lemke (Förderverein Ernestina) lobten die gute Zusammenarbeit durch alle Schulinstanzen hindurch bis hin zu den patenten Hausmeistern und hilfsbereiten Sekretärinnen. Lehrer Martin Sturm beschloss seine launige Rede mit den Worten: „Wir schmeißen Sie jetzt raus, und Ihre Eltern Sie hoffentlich auch.“

Viel gelacht wurde bei der Ansprache von Mathematikprofessor Norbert Henze aus Karlsruhe, der vor 50 Jahren am Ernestinum sein Abitur gemacht hatte und zusammen mit 50 ehemaligen Mitschülern an der Abschlussfeier teilnahm. „Damals gab es noch kein Internet. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben, das Abi nur mithilfe von Lexika und Büchern zu bestehen“, meinte er schmunzelnd.

Der „Lehrer-Chor“ hatte ebenso die Lacher auf seiner Seite. Zu getragenem Madrigal und bekannten Songmelodien hatten sie schön ironisch getextet: „Für Prüfung, Teste und Klausur, braucht es neue Opfer nun“, oder: „Nach euch gibt’s auch noch Klassen, die quälen wir fortan“, und schließlich: „Scheiden tut so weh – tschüss, ade!“

Ein bisschen weh tut das Scheiden wohl wirklich, jedenfalls wenn man der Abiturienten-Rede von Maja Aechter-Künnecke und Manuel Schäffer folgt. Sie nahmen sich Goethes Faust-Zitat vor: „Hier steh ich nun, ich armer Tor, und bin so schlau, als wie zuvor“, erzählten vom besonderen Stress ihres Jahrgangs, wo keiner sitzenbleiben durfte, weil sie als letzter G8-Jahrgang dann gleich zwei Jahre auf die nächste Abi-Möglichkeit warten müssten.

Gerade deshalb seien sie stark zusammengewachsen, dabei unterstützt von Jahrgangskoordinatorin Kirsten Berkensträter. „Wir gehen erwartungsvoll und mit einem etwas mulmigen Gefühl“, meinten sie, „und wohl doch etwas klüger als zuvor.“

Die gute Stimmung war auch dem schwungvollen Spiel der Bigband zu verdanken, dem ermutigenden Poetry-Slam von Daniela Winkehake und nicht zuletzt dem Abichor mit dem stimmungsvollen „Hallelujah“ von Leonard Cohen unter der Leitung von Sven Rundfeldt. „Wie schade, jedes Jahr lösen sich die Abichöre gleich wieder auf“, bedauerte Sawade. Jahrgangsbester wurde Manuel Schäffer mit einem Notendurchschnitt von 1,1. Der Jahrgangsnotendurchschnitt lag in diesem Jahr bei 2,4. cok