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Hülsede Diesmal kein Protest-Sturm gegen Baugebiete
Schaumburg Rodenberg Hülsede Diesmal kein Protest-Sturm gegen Baugebiete
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19:20 12.03.2019
Ratsherr Thorsten Flügge präsentiert die Pläne für den Ort Meinsen. Quelle: gus
SCHMARRIE/HÜLSEDE

Die Pläne, die der Rat erarbeitet hat, stellte Architekt und SPD-Politiker Thorsten Flügge vor. Im Bereich Lehmbrink/Gehrke und auf einer Wiese neben der Straße Bult soll es demnach in Schmarrie kleine Wohngebiete geben. Insgesamt wären dort bis zu 18 Grundstücke möglich. „Wir wollen mit dem Ausweisen dieser beiden Gebiete eine homogene Ortsstruktur schaffen“, erklärte Flügge.

In Meinsen könnten bis zu acht Bauplätze entstehen. Dies ist im Bereich zwischen Meinser Straße und Am Schützenhaus sowie an der Ortsgrenze in Richtung Hülsede möglich. Ziel ist es, ein Bevölkerungswachstum zu erreichen. Denn dies sei auch aus finanziellen Gründen wichtig für die Gemeinde, weil die Einkommensteuer- und die Grundsteuereinnahmen steigen. Die Dorfgemeinschaft werde von Zuzügen ebenso profitieren.

Autobahnnähe ist hilfreich

In diesem Zusammenhang möchte der Rat auch Gewerbeflächen schaffen, und zwar an der K57 zwischen Meinsen und Hülsede. Mehr innerörtlicher Verkehr entstünde dadurch in der Gemeinde nicht. Flügge hält den Standort für lukrativ, weil die Autobahn in der Nähe sei. Es hätten sogar bereits Interessenten bei der Gemeinde angeklopft. Mehr Gewerbesteuer und Arbeitsplätze täten der Kommune ebenfalls gut.

Flügge stellte auch klar, dass das vor einem Jahr vorgestellte Konzept für den Ort Hülsede nicht vom Tisch ist. „Wir verfolgen das weiter“, sagte der SPD-Ratsherr mit Verweis auf den vernehmlichen Protest von Anliegern gegen jenes Vorhaben. „Alles was wir hier vorstellen, sind Vorschläge“, sagte Flügge. „Das sind Ideen von uns, Visionen“, ergänzte Bürgermeisterin Marion Passuth. Sie berichtete über viele Anfragen von Interessenten an Wohngrundstücken.

Im Anschluss an die Präsentation gab es Applaus im gut besuchten Dorfgemeinschaftshaus. Eine Priorität bei der Umsetzung existiert nicht, wie Flügge auf Anfrage erklärte. Teilweise sei noch der Ankauf der Grundstücke zu regeln. Auch Entwässerungskonzepte seien zu erstellen. „Aber wir müssen irgendwie starten“, betonte Flügge.

Investor oder Eigentümergemeinschaft

Grundsätzlich ist geplant, die Vermarktung der Flächen einem Investor zwecks Erschließung zu überlassen. Denkbar wäre aber auch, dass dies eine Eigentümergemeinschaft erledigt. Die Gemeinde will und kann diese Rolle nicht übernehmen. Allein aus finanziellen Gründen.

Auf die Frage, welche Art von Betrieben sich in dem Gewerbegebiet ansiedeln sollen, versicherte Flügge: Nichts, das mit dem Edeka-Lager vergleichbar wäre. Aber kleinere Lagerhallen könnten es schon sein. Dass alle vorgestellten Ideen umgesetzt werden, hielt Passuth für unwahrscheinlich. Beim Gewerbegebiet müsse der Kreis eine Zufahrt zur K57 erlauben. 

Von Guido Scholl