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Hülsede Stiftung Denkmalschutz unterstützt Sanierung der Gutsmühle
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17:10 13.06.2019
Eine Beihilfe von 50.000 Euro nimmt Alexandra von Finckenstein durch Dietrich Burkart an der teilsanierten Südwand entgegen. Quelle: nah
Hülsede

Dem Verfall der historischen Hülseder Gutsmühle wird Einhalt geboten. Nachdem bereits 2006 der Dachstuhl erneuert worden war, hat jetzt die Sanierung der Südwand begonnen. Diese war bereits in Teilen beschädigt und drohte ganz einzustürzen.

Fachbetrieb baut Bruchstein-Fassade neu auf

Dass nun ein Fachbetrieb die aus Bruchsteinen bestehende Seitenfassade neu aufbauen kann, ist der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zu verdanken. Deren Regionalleiter Dietrich Burkart übergab jetzt symbolisch einen Zuschuss über 50.000 Euro an Eigentümerin Alexandra von Finckenstein. Damit können Südwand, der als Gerinne bezeichnete frühere Wassereinlauf, der Wellensockel und die steinerne Begrenzung des Wasserbeckens wieder hergestellt werden.

Die Eigentümerin setzt damit das Bemühen ihres inzwischen verstorbenen Vaters Hans-Wilhelm von Bronsart fort, der bereits das ehemalige Müller-Wohnhaus sanieren ließ und eigentlich auch das Betriebsgebäude der Nachwelt erhalten wollte. In diesem ist noch die komplette Technik vorhanden. Allerdings sind auch hier Reparaturen und Erneuerungen fällig – eine Geschossdecke ist kaum mehr begehbar.

Mühle ist wirtschaftlich nicht nutzbar

Schon von Bronsart wie auch die Tochter hatten sich um Zuwendungen bemüht, da die Mühle wirtschaftlich nicht nutzbar ist. „Da passt nicht mal ein Fahrrad rein“, zitiert auch von Finckenstein ihren Vater. Deshalb ist sie für die Hilfe der Stiftung ebenso dankbar wie dem Land Niedersachsen, das aus seinem ZILE-Programm bereits in der Vergangenheit Unterstützung geleistet hatte.

„Wir machen das sehr gern“, betonte Burkart und verwies darauf, dass die Stiftung in den vergangenen 30 Jahren Fördermittel von rund einer halben Milliarde Euro bewilligt habe. Das Budget füllen die Lotto-Toto-Gesellschaft, Verbände und Stiftungen, jedoch auch testamentarische Bestimmungen oder von Gerichten verhängte Bußgelder.

Für weitere Schritte müssen wieder Anträge gestellt werden

„Nun müssen wir erst wieder sparen und Anträge stellen“, erklärte die Eigentümerin mit Blick auf den nächsten Schritt. Das alte eiserne und völlig verrostete Mühlrad war bei der Demontage endgültig auseinandergebrochen. Sein Ersatz soll jedoch ebenfalls erfolgen wie die Sanierung der Mühlentechnik im Haus. Insgesamt dürften wohl 200.000 Euro fällig sein, bis die zum Wasserschloss gehörende Mühle komplett restauriert ist.

Gutsmühle wurde zwischen 1555 und 1557 gebaut

Das Anwesen geht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Dendrochronologische Untersuchungen lassen die Bauzeit zwischen 1555 und 1557 annehmen und damit bald nach Schloss, das zwischen 1529 und 1548 errichtet worden ist. Das Wohngebäude des Müllers stammt aus dem 17. Jahrhundert, das eiserne Mühlrad soll im 18. Jahrhundert montiert worden sein. Die Mühle war bis etwa 1970 in Betrieb und trug im Volksmund auch den Namen ihres letzten Müllers Frevert. Von Bernd Althammer