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Hülsede Schutz vor den „Monsterrädern“
Schaumburg Rodenberg Hülsede Schutz vor den „Monsterrädern“
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00:18 22.06.2018
Die Hülseder BI sucht Naturfreunde, die bezeugen können, dass in der Feldmark schützenswerte Tiere leben.
Die Hülseder BI sucht Naturfreunde, die bezeugen können, dass in der Feldmark schützenswerte Tiere leben. Quelle: pr
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Hülsede

2000 Broschüren haben die Aktivisten in Hülsede, Schmarrie, Meinsen Messenkamp, Altenhagen II, Einbeckhausen, Rohrsen und Lauenau verteilt, um die Anwohner dazu aufzurufen, ihre Sichtungen von Vögeln, Amphibien, Fledermäusen oder Blindschleichen zu notieren.

Den Standort der geplanten 240 Meter hohen „Monster-Windkrafträder“, wie es in der Broschüre heißt, umringen Brutgebiete entlang der Rodenberger Aue im Westen und entlang des Waltershagener Bachs im Norden, wo zudem ein Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Dieses geht in ein großflächiges Landschaftsschutzgebiet im Osten über.

„Bereits durchgeführte Kartierungen der Bürgerinitiative haben wesentliche Defizite aufgezeigt. Um diese weiter belastbar zu machen, benötigen wir ihre Unterstützung“, heißt es in dem Aufruf. Sichtungen von Tieren oder Horsten können Anwohner direkt in die Broschüre eintragen und an Martin Höhle von der Initiative abgeben. „Aus den gesammelten Ergebnissen wollen wir ein Kataster erstellen und dieses der Naturschutzbehörde des Landkreises zukommen lassen“, erklärt Sprecher Egbert Gelfert. Die Standorte der Horste sollen zudem von Höhle per Foto mit GPS-Ortung verifiziert werden.

Im Flug geschreddert

„Wenn nachts die Befeuerung auf den Windrädern leuchtet, zieht das rote Licht Vögel und Fledermäuse an. Die Tiere fliegen in den Rotor und werden geschreddert“, warnt Gelfert. Im Winter habe eine Aktivistin der Gruppe nahe der kleineren Windräder in dem Bereich schon zahlreiche Fuchs- und Wildschweinspuren ausmachen können. „Die Wildtiere fressen dort die Überreste vom Boden auf“, erklärt Gelfert.

Eine weitere Gefahrenquelle drohe Mensch und Tier im Boden. „Wenn die riesigen Betonfundamente in den Boden eingelassen werden, verändern sich die Grundwasserverhältnisse, der Boden wird versiegelt und giftiges Chromat eingebracht“, so Gelfert weiter. Davon seien Amphibien und Blindschleichen direkt betroffen, gelangt das Chromat ins Grundwasser auch der Mensch – laut Umweltbundesamt ist der Stoff krebserregend. geb

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