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Lauenau Brand in St. Lukas: Inferno in Paris ruft Erinnerungen wach
Schaumburg Rodenberg Lauenau Brand in St. Lukas: Inferno in Paris ruft Erinnerungen wach
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00:20 19.04.2019
Die Bilder vom brennenden Pariser Wahrzeichen, der Kathedrale Notre-Dame, gehen um die Welt. Quelle: dpa, picture alliance/Daniel Fouray/MAXPPP
Lauenau

Nicole Bruns kann sich noch genau an jenen 15. Juli 2009 erinnern. „Ich kam gerade mit meinen Mädels aus dem Freibad wieder, die Nachricht war ein Schock“, berichtet Bruns, damals Mitglied im Lauenauer Kirchenvorstand und inzwischen Vorsitzende des Gremiums.

Jetzt musste Bruns, als sie am Montagabend vom Brand in Notre-Dame erfuhr, unweigerlich an jenen Tag vor zehn Jahren zurückdenken. „Wir haben Glück, dass unsere Kirche heute noch steht“, sagt sie.

Durch einen glücklichen Zufall überlebt St. Lukas

Denn dass das Feuer für die Lauenauer und ihre schon damals 130 Jahre alte St.-Lukas-Kirche halbwegs glimpflich verlief, war einer günstigen Fügung geschuldet.

Ein junger Mann aus Bad Nenndorf, der gegen 18 Uhr an dem Gotteshaus vorbeifuhr, wurde nur zufällig auf die Rauchschwaden und den Feuerschein im Kircheninneren aufmerksam und rief die Feuerwehr. „Er hätte auch weiterfahren können“, sagt Dieter Meimbresse, damals Pastor der Gemeinde. „Dann wäre unsere Kirche ganz abgefackelt.“

Das Feuer in St. Lukas wurde von Kerzen ausgelöst, die in brennender Flüssigkeit getränkt wurden. Hier untersuchen Polizeihauptkommissar Gerhard Böttcher (rechts) und seinem Kollegen Marc Dehne den Tatort.

Auch Meimbresse, seit zwei Jahren im Ruhestand, seien die Ereignisse von 2009 am Montag durch den Kopf gegangen. Vom Feuer in Paris habe er am Abend in einem Lauenauer Fitnessstudio im Fernsehen erfahren, berichtet er. Dort sei es mit den anderen Besuchern schnell auch um den Brand in St. Lukas gegangen – nicht zuletzt, weil ein Feuerwehrmann von damals zufällig auch vor Ort war.

So ging es nach dem Brand mit der Kirche in Lauenau weiter

Meimbresse selbst war zum Zeitpunkt des Unglücks in Lauenau mit seiner Familie im Sommerurlaub und wurde darüber nur am Telefon informiert. Die Auswirkungen des Brandes, der sich durch den schnellen Alarm nicht im Kirchenschiff ausbreiten konnte, bekam der Pastor jedoch hautnah mit.

Wochenlang mussten die Gläubigen für Gottesdienste ins Gemeindehaus ausweichen. Die Rußbildung an Altar, Orgel und Wänden hatte Schäden in Höhe von mehr als 10 000 Euro verursacht. Schon früh war nach dem Feuer von Brandstiftung die Rede. Obwohl es Verdächtige gab, wurde der Fall nie aufgeklärt. von Lennart Hecht