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Lauenau Bedrohte Insekten in Lauenau: Warum die Kuckuckshummel keine Pollen sammelt
Schaumburg Rodenberg Lauenau Bedrohte Insekten in Lauenau: Warum die Kuckuckshummel keine Pollen sammelt
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13:15 06.09.2019
Referent Jakob Grabow-Klucken (im gestreiften T-Shirt) unternimmt mit dem Publikum einen Streifzug durch die Natur im Flecken Lauenau.  Quelle: pr.
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Lauenau

70 Zuhörer hat der Vortrag „Wo sie fliegen – vom Leben der Hummeln und Wildbienen“ angelockt. Referent Jakob Grabow-Klucken vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hielt es dabei nicht im Bürgerhaus: Er begab sich mit seinem Publikum auch in die Natur, um nach Wildbienen und Hummeln zu suchen.

Bei den Hummeln, die der Experte vorstellte, waren einige Arten dabei, die sogar ausgewiesenen Insektenkenner noch nie unter die Augen gekommen waren. Zum Beispiel die Kuckuckshummel, die ihre Eier in fremde Nester legt, jedoch die Eier der Wirtshummel verspeist und die eigenen von der Wirtshummel aufziehen lässt. Diese Art braucht deshalb keine Beinbehaarung, um Pollen zu sammeln und auch keine Pollen sammelnden Arbeiterrinnen.

Hummeln kriegen graue Haare

Hummeln sind im Frühjahr noch vor den Bienen unterwegs. Sie sammeln schon Nektar von Frühblühern, wie Krokus und Märzbechern, aber auch im Obstanbau werden diese Insekten geschätzt. Gelächter erzeugte bei den Zuhörern, als der Referent von älteren Hummeln erzählte, die genau wie Menschen allmählich weißhaarig werden. Auch an den ausgefranzten Flügeln kann man eine alte Hummel erkennen.

Wildbienen haben es laut dem Referenten besonders schwer. Einige von ihnen sind mit einem Rüssel ausgestattet der ihnen nur bei wenigen Blütenarten das Einsammeln von Nektar und Pollen erlaubt. Diese Arten werden deshalb auch immer seltener und sind wegen des geringen Nahrungsangebots vom Aussterben bedroht.

Keine großen Lücken zwischen Blühflächen entstehen lassen

Bei einer anschließenden Exkursion durch den Volkspark erfuhren die Teilnehmer, das Wildbienen und Hummeln nur eine kurze Distanz zur Nahrungssuche zurücklegen können. Sie brauchen aber genügend Blüten, um über das Jahr zu kommen. Deshalb ist es wichtig, keine großen Lücken zwischen Blühflächen entstehen zu lassen und ein Blütenangebot vom Frühjahr bis zum Herbst vorzuhalten.

Der Tipp des Fachmanns: Den Rasen im eigenen Garten in zwei Etappen mähen, so können sich blühende Kräuter und Klee zwischen den Gräsern behaupten, und als Nahrung den Wildbienen dienen. Ebenfalls wichtig ist es, nicht zu kurz mähen. Die Schnitthöhe sollte zwischen sechs und acht Zentimetern liegen. Vorteilhaft wäre zudem, wenn Hobbygärtner einige wilde Ecken belassen, denn darin bauen Wildbienen und Hummeln ihre Nester zum Überwintern. Auch sandige Böden oder Lehmmauern werden bevorzugt von Wildbienen bewohnt. gus,r