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Lauenau Boule-Streit in Lauenau: Karsten Dohmeyer kontert Kritik der SPD
Schaumburg Rodenberg Lauenau Boule-Streit in Lauenau: Karsten Dohmeyer kontert Kritik der SPD
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12:22 29.12.2019
Im Volkspark Lauenau werden die Boulekugeln künftig nicht möglichst nah ans Schweinchen geworfen. Quelle: Archiv
Lauenau

Die Lauenauer SPD hat auch nach der Rats-Entscheidung, keine Boulebahn im Volkspark zu bauen, Kritik einstecken müssen. Der Grund sind Äußerungen während der Sitzung. Zum Beispiel war von einem „Spaltpilz“ die Rede. Auch die genannten Kosten für den Bürgerentscheid zu den Bouleplänen waren Stein des Anstoßes.

So äußerte sich SPD-Mann Volker in der Ratssitzung

SPD-Ratsherr Klaus-Werner Volker hatte in seinem Statement namentlich den Grünen-Samtgemeinderatsherrn Karsten Dohmeyer angegriffen und ihm Populismus vorgeworfen. Dohmeyer wolle besagten Spaltpilz zwischen die Bürger treiben. Uwe Budde (SPD) nannte zudem eine Summe von 35.000 Euro, die der Bürgerentscheid gekostet hätte. Dieses Geld solle sich der Flecken sparen, lautete die Begründung dafür, dass der Bouleplatzbau abgeblasen wurde.

Der gerüffelte Dohmeyer spielt den Ball mit einem Schreiben an unsere Zeitung zurück ins Feld der SPD. Diese Fragen stellt der Lauenauer: „Ist ein erfolgreiches Bürgerbegehren ein Spaltpilz oder ein demokratisches, gesetzlich verbrieftes Recht der Bürger? Ist es Populismus oder ein Akt von Demokratie, wenn Hunderte von Bürgern einen Beschluss der SPD-Mehrheitsfraktion auf dem Weg des Bürgerbegehrens ablehnen?“

Dohmeyer zweifelt an den angegebenen Kosten für den Bürgerentscheid

Die Höhe der Kosten für den Bürgerentscheid zieht Dohmeyer ebenfalls in Zweifel. „Eine Anfrage der SPD hierzu lag der Kämmerei der Samtgemeinde in Rodenberg unserer Kenntnis nach nicht vor“, schreibt er. In der Tat hatte die Verwaltung Angaben zu den Kosten eines Bürgerentscheids vermieden. Auf Anfrage hatte Gemeindedirektor Sven Janisch gesagt, ihm seien keine Zahlen bekannt.

Andere Rechnung ergibt Kosten von etwa 12.000 Euro

Dohmeyer recherchierte selbst ein wenig. Der Bund der Steuerzahler nennt demnach Kosten von 3,43 Euro pro Person für die jüngsten Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen. Daraus leitet er ab, dass der Lauenauer Bürgerentscheid rund 12.000 Euro gekostet hätte. „Die Summe von 35.000 Euro waren nichts als ein durchsichtiger Vorwand, um die drohende Niederlage im Bürgerbescheid abzuwenden und den Verzicht auf einen Bouleplatz im Volkspark noch als Akt der Vernunft zu verkaufen“, urteilt der Grüne.

Damit steht er nicht allein da. Mehrere Zuschriften zum Thema, die dieser Redaktion zugegangen waren, tendierten in eine ähnliche Richtung. von Guido Scholl

Die Chronologie des Boule-Streits in Lauenau