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Lauenau Bürgerinitiative "Pro Volkspark" macht in Lauenau Stimmung gegen Boulepläne
Schaumburg Rodenberg Lauenau Bürgerinitiative "Pro Volkspark" macht in Lauenau Stimmung gegen Boulepläne
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16:06 10.10.2019
Die Gegner einer Bouleanlage im Volkspark haben sich formiert und erhalten nach eigenen Angaben viel Zuspruch. Quelle: nah
Lauenau

Die Pläne, wegen des Edeka-Neubaus die jetzigen Bouleplätze des Fleckens in den Volkspark zu verlegen, stoßen auf Widerstand. Anfangs regte sich nur der benachbarte Eigentümer Bernhard Arnold auf. Inzwischen nimmt die Protestströmung offenbar größere Züge an. Ein Flugblatt wurde in Lauenau und Feggendorf verteilt. Unterschriftslisten liegen in Geschäften aus oder kursieren unter Nachbarn. 

Im Mai hatte sich der Ausschuss für Jugend und Kultur, Umweltschutz und Wege noch einstimmig für den vom örtlichen Boule-Club beantragten Umzug ausgesprochen. Der zuständige Bauausschuss sollte den Umfang der Investition festlegen. 

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Unterschriftenlisten füllen sich schnell

Nur wenige Tage später übte Arnold erste Kritik. Das Bouledomizil gehöre in den Sportpark. Der Volkspark sei nicht geeignet, wenn das erst vor Jahren neu gestaltete Areal in Teilen zu einer 600 Quadratmeter großen Sportstätte mit Schotterflächen und „Clubhaus“ verändert würde.

Arnold hat jetzt nachgelegt – und ein gutes Dutzend Unterstützer für seine Argumentation gefunden. Noch schneller aber füllen sich Unterschriftslisten. Theodor Vollmer, Anrainer der Rodenberger Straße, berichtete von Nachbarn, die zwar sehr für den Boulesport seien, nicht jedoch im Volkspark. Auch Günther Krüger aus der nahen Memeler Straße weiß von ähnlichen Stimmen.

Süntelbuche Argument gegen Boule-Platz

In dem Flugblatt, für dessen Inhalt sich der Grünen-Politiker Karsten Dohmeyer verantwortlich erklärt, wird ein Kostenaufwand für den Platz-Ausbau im Volkspark einschließlich „sechs Straßenlaternen“ mit 180.000 Euro beziffert. Dagegen würde eine entsprechende Ergänzung des Sportparks nur 30.000 Euro erfordern, da mit Vereinsheim, Gastronomie und Parkplätzen die notwendige Infrastruktur bereits vorhanden sei. Die „grüne Oase Volkspark“ als „einzige naturnahe Grünfläche mitten im Flecken mit altem Baumbestand … und Anbindung an die Aue muss erhalten bleiben“.

In einer Pressemitteilung legt die Bürgerinitiative „Pro Volkspark“ jetzt noch einmal nach. Schon die weltweit älteste Süntelbuche sei Grund genug, die Angelegenheit noch einmal zu überdenken. Denn das Anlegen des Boule-Platzes verlange ein Auskoffern des leicht abschüssigen Geländes und anschließende Planierarbeiten. Das würde das Wurzelwerk zerstören. Hinzu käme die Bodenversiegelung durch Schotter und Betonplatten. Auch die Notwendigkeit öffentlicher Toiletten wurde in Frage gestellt. Bereits zwei Versuche solcher Anlagen im Volkspark und später am ZOB seien mangels Nutzung und Pflege wieder abgeschafft worden.

Sportgelände besser geeignet?

Die Bürgerinitiative sieht dagegen einen viel besseren Standort auf dem Sportgelände. Dort sei Platz und Infrastruktur für einen Bouleplatz „nach den Wünschen der Spieler“.

Der Bau- und Planungsausschuss des Fleckens will am Dienstag, 15. Oktober, um 17 Uhr den Volkspark besichtigen und hält ab 18 Uhr im Gewerbepark eine Sitzung ab. Informationen dieser Zeitung zufolge wird die CDU-Fraktion für diese Sitzung noch einen Antrag zum Thema des Bouleplatzes einreichen. von Bernd Althammer