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Lauenau Bundesweit ein Begriff
Schaumburg Rodenberg Lauenau Bundesweit ein Begriff
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21:07 19.10.2018
Quelle: gus
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Feggendorf

Im Gasthaus Zur Linde gab es jede Menge Lob für das ehrenamtliche Projekt, das es mittlerweile zu überregionaler Bedeutung geschafft hat. Überall, wo in Deutschland Steinkohlebergbau das Thema sei, kenne man Feggendorf, hieß es.

Vorsitzender Florian Garbe begrüßte die Besucher mit einem „herzlichen Glückauf“. Er selbst habe es beim ersten Spatenstich nicht für möglich gehalten, dass das Besucherbergwerk einmal seine jetzigen Dimensionen annehmen würde. Lauenaus Bürgermeister Wilfried Mundt erinnerte daran, dass der Begriff Stollen eigentlich Grube heißt. „Eine Grube ist das schon lange nicht mehr“, betonte Mundt mit Blick auf das Feggendorfer Bergwerk. Es handele sich vielmehr um ein überregional bedeutsames touristisches Ziel.

„Hut ab vor dem, was ihr hier auf die Beine gestellt habt“, lobte Mundt. Der Verein unterstreiche zwar im Sinne der Bergmannsarbeit das Teamwork, doch Garbe sei stets vorangeschritten, wofür ihm ein besonders großer Dank gelte. Mundt versprach, dass der Rat des Fleckens dem Feggendorfer Stolln auch künftig so gut wie möglich unter die Arme greifen werde.

Erinnerungen an die Vergangenheit

„Wir sind guter Dinge, dass das hier noch längere Zeit weitergehen wird“, sagte Gemeindedirektor Sven Janisch. Derzeit werde an dem Projekt Stromversorgung des Stollns gearbeitet. Er sei aber als Leiter der Wasserversorgung auch ein Nachbar. Deren Quellen im Deister können vom Verlegen einer Stromleitung durchaus profitieren. Hintergrund: Derzeit erzeugen Dieselgeneratoren die Elektrizität am Stolln. Saubere Energieerzeugung sei auch gut fürs Trinkwasser.

Der stellvertretende Landrat Horst Sassenberg sagte, es sei ihm eine Freude, beim Kommers dabei sein zu können. Er selbst sei in Obernkirchen geboren worden, sei dann nach Barsinghausen umgezogen und habe dort direkt am Bergwerk gewohnt. Er habe daher eine enge Beziehung zum Bergbau. Seine Mutter habe weiße Bettwäsche nur dann aufgehängt, wenn der Wind günstig stand und keinen Kohlenstaub hinüber wehte.

Der Bergbau im Schaumburger Land habe lange Tradition. Eingebrannt hat sich bei Sassenberg die Zeit, als die Kohleförderung eingestellt wurde. Was das kleine Feggendorf mit seinem restaurierten Stolln auf die Beine gestellt habe, beeindrucke ihn. Hervorzuheben sei vor allem, dass das Bergwerk mittlerweile den Stellenwert einer Ausbildungsstätte habe.

Der Abend klang nach Fachvorträgen passend mit einem zünftigen Tscherper-Essen aus. Garbe bedankte sich dafür, dass dem Verein der Saal des Gasthauses kostenlos zur Verfügung gestellt worden war. Beendet sind die Feierlichkeiten noch nicht. Das 15-jährige Bestehen wird an diesem Wochenende mit einem zweitägigen Bergbau-Symposium inklusive Vorträgen und Exkursionen gewürdigt. gus