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Lauenau Egge im Vorgarten: Das steckt hinter der Sammlung von Ackergeräten
Schaumburg Rodenberg Lauenau Egge im Vorgarten: Das steckt hinter der Sammlung von Ackergeräten
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13:47 11.07.2019
Pflüge haben es ihm angetan: Rainer Thies (rechts) und Sohn Rembert vor ihrem Grundstück in Lauenau. Quelle: Bernd Althammer
Lauenau

Rainer Thies hat ein Faible für alte Sachen. Der frühere Eigentümer von Gut Lübbersen umgibt sich gern mit Relikten früherer Generationen. Einen Mühlstein hat er in die Grundstücksmauer integriert. Eine alte Egge, die sogar noch einen Holzrahmen besitzt, ziert den Eingang seines Hauses. Vor seinem Heim aber reihen sich sechs Pflüge unterschiedlicher Bauart und Nutzung.

So kam die Idee, das Grundstück mit Ackergerät zu dekorieren

Auf die Idee kam er nicht nur, „weil die Sachen da so rumstanden“.

Heute sind Pferde nur noch Kuscheltiere. Früher konnte ohne ein Gespann kein Acker bearbeitet werden.

Rainer Thies , Ex-Eigentümer von Gut Lübbersen

Junge Leute sollten sich das ansehen, hofft er und denkt dabei vor allem an die Besucher der nahen Reithalle. „Heute sind Pferde doch nur noch Kuscheltiere“, sagt der agile 80-Jährige, „früher konnte ohne ein Gespann kein Acker bearbeitet werden“.

Und so erklärt er Schälpflug und Saatpflug, Kartoffel- und Rübenroder, Wendepflug und Grubber, die er irgendwann einmal aus dem Dunkel einer Scheune gezogen oder aber bei einem Berufskollegen erworben hat. Sorgfältig ließ er sie säubern und brachte sie mit einer schützenden Farbe zu neuem Glanz. Danach montierte er sie auf großen Findlingen und ließ Schilder anfertigen, die das jeweilige Modell erläutern.

Riesige Fahrzeuge funktionieren heute ohne Muskelkraft

Im Einsatz waren die Geräte etwa vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte der fünfziger Jahre, schätzt Thies. Dabei seien sie schon ein „Riesenfortschritt“ gewesen, weil zuvor noch mit Holzpflügen der Acker bearbeitet werden musste.

In jedem Fall war viel Muskelkraft erforderlich – nicht nur die der Pferde, sondern auch die der Menschen. Auch darüber denkt er mitunter nach, wenn auf dem benachbarten Feld Sohn Börries mit riesig anmutenden Fahrzeugen unterwegs ist.

15 Jahre war Rainer Thies selbst Hofherr auf Gut Lübbersen

15 Jahre hatte der gelernte Agraringenieur nach anderen beruflichen Einsätzen noch selbst den Hof geführt – als Nachfolger von Vater Friedrich-Karl, der mehr als fünf Jahrzehnte Herr auf Gut Lübbersen mit den gut hundert Hektar Land war.

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Zufrieden blickt Rainer Thies nicht nur auf die Pflüge. Mit alten Feldsteinen hat er bereits sein Anwesen geschmückt. Hier und da fällt ihm noch eine weitere hübsche Dekoration ein. Nur betagtes bäuerliches Gerät gibt es nicht mehr im Familienbesitz: „Jetzt ist alles weg“, sagt er fast ein wenig bedauernd. von Bernd Althammer