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Lauenau Im Zweifel für den Angeklagten: Uwe K. ein freier Mann
Schaumburg Rodenberg Lauenau Im Zweifel für den Angeklagten: Uwe K. ein freier Mann
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16:23 22.03.2019
Uwe K. (rechts) mit Anwalt Christoph Hessel vor der Urteilsverkündung.
Uwe K. (rechts) mit Anwalt Christoph Hessel vor der Urteilsverkündung. Quelle: ly
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LAUENAU/HILDESHEIM

Das Gericht entschied im Zweifel für den Angeklagten. „Die Unschuld ist damit nicht erwiesen“, erklärte Richter Peter Peschka. Bis zum Schluss sei die Kammer von einem dringenden Tatverdacht ausgegangen. „Doch wir haben nicht die Überzeugung gewonnen, dass der Angeklagte seine Frau allein oder zusammen mit Frau L. umgebracht hat.“ Der Mord bleibt weiter ungeklärt.

Denkbar sei auch, dass die Geliebte die Tat allein oder mit einem Helfer begangen habe und diese vom Angeklagten entdeckt worden sei, hieß es. Ein unbekannter Dritter komme ebenfalls als Täter infrage.

Uwe K. mit Tränen in den Augen

Bei der Urteilsverkündung schossen Uwe K. Tränen in die Augen. In einem ersten Prozess in Bückeburg war der Ofenbauer (48) im Januar 2017 wegen Totschlags zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Belastet hatte ihn jeweils seine Ex-Geliebte, eine frühere Prostituierte und Zirkusartistin aus Hannover, die Augenzeugin der Tat gewesen sein will.

Im Gegensatz zu ihren Bückeburger Kollegen glaubten die Hildesheimer Richter der Frau „sehr wenig“, so Peter Peschka. Fest steht nach Überzeugung der Kammer jedoch, dass sie Tatortwissen habe, „woher auch immer“. Das müssen nun andere Juristen klären. „Wir haben unabhängig von dem Hildesheimer Urteil Ermittlungen wegen Mordes gegen die frühere Geliebte eingeleitet“, berichtet Nils-Holger Dreißig, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bückeburg. „Jetzt warten wir die schriftlichen Urteilsgründe ab.“

Ines K. war am 27. Mai 2015 im Zwischentrakt des Wohn- und Geschäftshauses mit Kanthölzern niedergeschlagen und anschließend mit mehreren Müllsäcken erdrosselt worden. In erster Instanz war das Bückeburger Schwurgericht davon ausgegangen, dass Uwe K. zuschlug, um zu verhindern, dass sich seine Frau und die Geliebte begegnen.

Bisher angenommener Tathergang "fernliegend"

Letztere soll sich in der Werkstatt versteckt haben, nachdem K. sie ins Haus geschleust habe. Dann soll Ines K. den Raum betreten haben. Diesen Hergang halten die Hildesheimer Richter für „sehr fernliegend“. In der Urteilsbegründung spielte Richter Peschka mehrere Szenarien durch.

Gegen eine von K. geplante Tat spricht demnach, dass die Geliebte in dem Fall „eine überflüssige und gefährliche Zeugin gewesen wäre“. Auch die Tatzeit – mittags – sei gefährlich: „Da ist richtig was los. Kunden hätten stören können oder die Tochter nach Hause kommen.“

Für „ungeeignet“ hält das Gericht auch die Tatwerkzeuge. „Da gibt es andere Möglichkeiten, jemanden umzubringen.“ Ein Motiv sehen die Richter ebenfalls nicht. Entfremdung zwischen Ines und Uwe K. habe es gegeben, jedoch keinen Streit. Auch profitiert habe K. nicht vom Tod seiner Frau sondern eine wertvolle Bürokraft verloren.

Wohl doch keine Spontantat

Die Bückeburger Richter waren von einer Spontantat ausgegangen. K. soll sich von seiner Frau drangsaliert gefühlt haben. Dies hatte zumindest die Ex-Geliebte behauptet. „Hier hat sie das nicht wiederholt“, erinnerte Peschka. Hinzu kommt: Nach der Tat habe K. sich zwanglos verhalten und sei sogar in eine Eisdiele gegangen. Der Richter: „Das ist schwer vorstellbar, wenn er gerade seine Frau getötet hat.“

Nach dem Entdecken der Leiche wirkte K. dann Zeugen zufolge wie unter Schock. Später waren reihenweise Gespräche zwischen ihm und seiner Geliebten abgehört worden. Ergebnis: viele „Unschuldsbeteuerungen auf geheimen Handys“, so der Richter.

Für Uwe K. ist die Zitterpartie noch nicht beendet: Staatsanwaltschaft und Nebenklage können gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.