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Lauenau Kabarett vom Feinsten mit Lisa Fitz vor über 400 Zuhörern
Schaumburg Rodenberg Lauenau Kabarett vom Feinsten mit Lisa Fitz vor über 400 Zuhörern
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16:39 26.05.2019
Bissig, frech und hochaktuell: Lisa Fitz bei ihrem Auftritt im Lauenauer Sägewerk. Quelle: nah
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Lauenau

Vorsorglich war die Kabarettistin schon einen Tag vorher angereist. Auch sie hatte die nach eigenen Angaben „grauenhaften“ Stunden an jenem März-Abend nicht vergessen, als sie erst in Stau und Autobahn-Vollsperrung steckte und danach wegen einer Autopanne „zwei Stunden im Nirwana auf den ADAC warten“ musste. Das Publikum im Lauenauer Sägewerk wartete vergebens.

Waschtrommel im Kopf

Doch nun sei sie da: „Hier oben glüht es“, zeigte sie auf ihre „Waschtrommel im Kopf“, um die Richtung ihrer Hand zu verändern: „Früher hat es aber unten mehr geglüht“. Die eigene Anspielung auf ihr Lebensalter folgte kurz darauf: „Da bekommt der Begriff Alt-68er einen ganz neuen Sinn.“

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Sie wandte sich an die „Mutigen und Mutwilligen“ im Publikum und bedachte den Apelerner Gerd Solinski mit einer CD, weil dieser sich als Erster nach dem Aufruf gemeldet hatte, neben ihr auf der Bühne stehen zu wollen. Dann ätzte sie gegen die Berliner „GroKo“, die „wie ein Gemüsekarren mühsam über Kopfsteinpflaster wie im Mittelalter rumpelt“, erwies dem großen Kabarettisten Dieter Hildebrandt die Ehre und setzte sich letztlich mit den Konsumenten privater Fernsehsender auseinander: „Depperte bleiben deppert“, auch weil „Hintern und Couch eine Allianz gegen den Kopf bilden“. Dabei sei doch das Gehirn keine Seife: „Es wird nicht weniger, wenn man es benutzt.“

„Wer der Herde folgt, sieht doch nur Ärsche.“

Fast redete sich die Bayerin in Rage, als es um Rechtspopulismus und Frauenrechte ging und gab dem Publikum die Weisheit mit auf den Weg: „Wer der Herde folgt, sieht doch nur Ärsche.“ Am Ende gab es stehenden Beifall für die bestens aufgelegte Solistin.

Von Bernd Althammer