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Lauenau Kompromiss im Lauenauer Boule-Streit: Toilettenhaus gestrichen
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23:36 17.10.2019
Die Bürgerinitiative pro Volkspark, die mit aufwändigen Faltblättern gearbeitet hatte, kann nun einen Teilerfolg verbuchen. Quelle: gus
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LAUENAU

Eine Boulebahn und eine kleine Abstellmöglichkeit sollen im Park neben der Süntelbuche dennoch gebaut werden. Gemeindedirektor Sven Janisch spricht von einem Kompromiss.

Beschlusslage nachträglich gekippt

Nach einer „emotionsgeladenen“ Sitzung, habe sich der Verwaltungsausschuss mit der bestehenden Beschlusslage sowie den vorgetragenen Argumenten der Bürger befasst, erklärte Janisch. Immerhin gab es zum Thema Boulebahnen bereits einen gültigen Beschluss aus dem Frühjahr.

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In der zurückliegenden Sitzung ging es im Prinzip nur um die ergänzende Toilettenanlage samt Abstellraum für Boule-Utensilien. Dazu hatte der Gemeindedirektor erklärt, dass der erste Beschluss nur gekippt werden könne, wenn sich die Sach- oder Rechtslage ändert.

Hürden aus dem Weg geräumt

Die formalen Hürden der Kommunalverfassung konnten nun aber aus dem Weg geräumt werden, wie er erklärte. Zudem wurden „alle Sachargumente ausgetauscht“.
„Bei den beiden größten Fraktionen des Rates wurde das Interesse der Bevölkerung gewertet“, schilderte Janisch. Die intensive Diskussion habe „sicher auch eine Entscheidungsfindung deutlich unterstützt“.

Bei den beiden größten Fraktionen des Rates wurde das Interesse der Bevölkerung gewertet

Gemeindedirektor Sven Janisch

Allerdings hatte die CDU schon während der Bauausschussitzung eine ähnliche wie die nun beschlossene Lösung vorgeschlagen und auch die Streichung des Toilettenhäuschens beantragt. Die SPD stimmte dagegen.

Summe der BI nicht nachvollziehbar

Letztlich beschlossen die Politiker einen Bouleplatz, der in der Größe jenem am Bürgerhaus entspricht – also 16 mal 14 Meter. Die Toilettenanlage wurde gestrichen, eine kleine Abstellmöglichkeit soll aber geschaffen werden.

Mehr zum Thema: So tumultartig verlief die Sitzung des Bauausschusses

Die Kosten werden auf „deutlich unter“ 12.000 Euro geschätzt. Janisch betonte, dass die Summe von 180.000 Euro, die die Bürgerinitiative Pro Volkspark als geschätzte Kosten publiziert hatte, „zu keiner Zeit nachvollzogen werden konnte“.

Süntelbuche nicht gefährdet

Auch die dargestellte Gefährdung der benachbarten Süntelbuchen durch die Anlage eines Bouleplatzes bestehe nicht.

Wie der Gemeindedirektor weiter berichtete, gab es eine Einigung dahingehend, dass ein Nutzungskonzept für den Volkspark zeitnah erarbeitet und umgesetzt werden soll. Weitere Bäume werden noch im Oktober gepflanzt. 

Uwe Heilmann während der Begehung des Volksparks. Foto: göt

Von „parteiübergreifender Einigkeit“ ist auch bezüglich des Konzeptes zur Vitalisierung des Ortszentrums die Rede.

Seit 20 Jahren Arbeit am Ortskern

Zusätzlich zu Vereinsaktivitäten, Grundversorgung, Arbeitsplätzen, Gastronomie gehören auch Freizeitmöglichkeiten – wie eben Boule – in den Bereich des Ortskerns, erklärte Janisch. Daran arbeiteten die Mandatsträger seit fast 20 Jahren, und die Ortsentwicklung bestätige dieses Konzept.

Auch interessant: Diesen Boule-Kompromiss hatte die CDU im Auge

„Im Fazit ist hier die ehrenamtliche kommunalpolitische Arbeit im Flecken Lauenau gewachsen, und Polemik sowie fehlerhafte Informationslagen haben das Handeln des Rates nicht zu voreiligen Schritten gedrängt“, schloss der Gemeindedirektor mit Bezug auf die tumultartigen Vorgänge in dieser Woche.

Von Andrea Göttling

Zugeständnis vonseiten der CDU

Im Nachgang reagierte auch die CDU mit einer Pressemitteilung. Einzig die CDU-Fraktion habe in den vergangenen Wochen mit kompromissfähigen Anträgen versucht die Mehrheitsfraktion zu deutlichen Änderungen an dem gefassten Beschluss zu bewegen, um so die 360 Quadratmeter große Fläche doch noch zu verhindern, heißt es.

Und weiter: „Die SPD versteckt sich hinter dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz, um ihre Wünsche unter Berufung der Einstimmigkeit weiter durchzudrücken“. Die CDU hätte eine noch kleinere Variante bevorzugt, die Annäherung bei der Größe sei ein Zugeständnis, genau wie der Abstellraum im Bereich des Parkplatzes.

Außerdem betonte die CDU, dass der Vorschlag für ein Nutzungskonzept aus ihren Reihen kam und auf dem Konzept eines Bürgers von 2003 fußt – welches der Gruppe aber erst seit Mittwoch vorgelegen habe.

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