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Lauenau Nur Tickets gibt‘s am Schalter nicht
Schaumburg Rodenberg Lauenau Nur Tickets gibt‘s am Schalter nicht
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14:43 26.12.2018
Nur die große Glasscheibe fehlt noch: Hans-Werner Miek vor dem dem Original nachgeahmten Fahrkartenschalter. Quelle: nah
Lauenau

Jetzt ist mit viel handwerklichem Fleiß ein Windfang entstanden. Und originell ist dieser auch. Denn neben der großen Eingangstür, die durch einen glücklichen Umstand in den Besitz der Bahnfans fiel, verwirklichten die Akteure um ihren Sprecher Hans-Werner Miek eine schon länger kursierende Idee. Sie bauten den Fahrkartenschalter des alten Lauenauer Bahnhofs nach. Fast wie eine Ironie des Schicksals, meint Miek. Denn während das frühere Stationsgebäude ganz aktuell dem Abriss geweiht ist, weil der Landbund dies beschlossen hat, entstand hier das Relikt, an dem zu Zeiten des früheren Schienenverkehrs zahllose Kunden ihre Tickets lösten.

Natürlich legte die Gruppe Wert auf eine größtmögliche Nähe zum Original. In die große Scheibe wird ein Sprechfenster eingelassen. Und selbstverständlich drehen sich mit Hebeldruck die beiden Vertiefungen, in der früher Geld und Fahrkarten ihre Besitzer wechselten. Noch ist zwar nur eine Folie gespannt. Wenn aber das richtige Glas eingesetzt ist, blickt der Besucher ungehindert auf einen stummen Schalterbeamten samt dem echten Fahrkartenschrank aus dem hiesigen Bahnhof.

Unikate aus dem regionalen Schienenbetrieb

Allerdings: Ein Ticket aus Pappe oder gar eine Bahnsteigkarte, wie sie in großen Stationen noch bis in die sechziger Jahre hinein üblich war, muss hier natürlich niemand lösen. Dafür sind die örtlichen Eisenbahner viel zu gastfreundlich, weil sie gern ihre Modellanlagen zeigen, ihre Unikate aus dem regionalen Schienenbetrieb sowie die zahlreichen Fotos und Dokumente aus der Zeit, als noch Dampfloks oder Schienenbusse zwischen Haste und Bad Münder rollten.

Aber Miek und seine Freunde würden sich doch freuen, wenn auch der Eingangsbereich näher betrachtet würde. Werbeplakate der Bahn hängen da, auch einer der letzten Fahrpläne der Sünteltalstrecke sowie das Titelblatt der Denkschrift, mit der schon 1885 Vertreter der hiesigen Bevölkerung sich mit allem Nachdruck für den Bau einer Bahnlinie einsetzten.

Von Bernd Althammer