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Lauenau Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker geht: „Klexit“ für einen „Dino“
Schaumburg Rodenberg Lauenau Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker geht: „Klexit“ für einen „Dino“
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17:08 31.03.2019
Ablösung: Klaus-Werner Volker übergibt Schlüssel und Hammer an Nachfolger Veit Look (links). Quelle: NAH
Lauenau

Schon der Auftakt geriet zu einem Ereignis: Mit Blaulicht und Martinshorn wurde der 58-Jährige zum Gerätehaus gebracht, wo ihn ein Spalier aller Aktiven mit Fackeln empfing. Stellvertreter Stefan Ostermeyer führte durch den Abend, während Volkers Nachfolger Veit Look und Sascha Nothold die wichtigsten Stationen aus der 29 Jahre umfassenden Dienstzeit mit ihren rund 2000 Einsätzen schilderten.

„Zielstrebig und akribisch“ sei er gewesen und habe „stets von neuen Ideen gesprüht“. Zudem sei er sich für keine Arbeit zu schade gewesen: So habe er selbst nach einem „Tanz in den Mai“ im Sägewerk die Toiletten geputzt. Allerdings behalte Volker auch nach seinem Ausscheiden Pflichten wie zum Beispiel die Kontrolle der örtlichen Hochwassersituation nach Starkregen. In langer Reihe übergaben die Kinder und Jugendlichen jeweils ein Geschenk und formierten sich zu einem selbstverfassten Lied.

Kleiner Spitzenreiter für Volker

Der stellvertretende Landrat Horst Sassenberg verwies auf Volkers „verantwortungsvolle berufliche Position“, die er mit der ehrenamtlichen Tätigkeit habe in Einklang bringen müssen. Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla würdigte ihn als „streitbaren Verfechter von Feuerwehrinteressen“, der der Politik nun erhalten bleibe.

Mit Blick auf Nachwuchsgruppen und Gerätehaus sah Lauenaus Bürgermeister Wilfried Mundt „den guten Ruf der örtlichen Feuerwehr als Verdienst“ des scheidenden Ortsbrandmeisters an. Zusammen mit Gemeindedirektor Sven Janisch überreichte er ihm die Skulptur „Kleiner Spitzenreiter“.

Lange Amtszeit schon Ausnahmefall

Als einen „geplanten weichen Klexit“ nannte Gemeindebrandmeister Jens Löffler Volkers Entscheidung, jüngeren Verantwortlichen Platz zu machen. Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote sprach sogar von einem „Dino“: Die Länge der Amtszeit sei schon ein Ausnahmefall. Grote hatte mit dem goldenen Ehrenzeichen am Band eine seltene Auszeichnung des Landesfeuerwehrverbands mitgebracht.

Mit dem in Abwandlung einer Fernsehserie selbst erdachten Sketch „Neues aus Lauenwarder“ bewiesen fünf Akteure aus der Feuerwehr ihr schauspielerisches Talent, bevor Volker zu einem langen Schlusswort ausholte. Er dankte für den „tollen Abend“, riet seinem Nachfolger, in keine Fußstapfen zu treten und seinen eigenen Weg zu finden, und begründete sein vorzeitiges Ausscheiden: Es sei der richtige Moment angesichts nachrückender junger und engagierter Führungskräfte.

von Bernd Althammer