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Lauenau Politiker milde: Keine Daumenschrauben für Vereine
Schaumburg Rodenberg Lauenau Politiker milde: Keine Daumenschrauben für Vereine
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10:49 15.08.2019
Die Vereine sollen Zuschuss-Anträge künftig pünktlicher stellen - ein fixes Datum gibt es aber nicht. Quelle: dpa
LAUENAU

Dies soll künftig eingehalten werden: Anträge dürfen nicht mehr nachträglich eingereicht werden. Die SPD sprach sich zunächst gänzlich gegen ein Regelwerk aus. Auch Nicole Wehner (Wählergemeinschaft) hatte „Bauchschmerzen“ mit der Vorlage der Verwaltung.

Kritik an festem Stichtag

Sie hielt die darin enthaltene Abgabefrist – bis zum 1. November eines Jahres – für zu rigide, weil auch nach diesem Stichtag noch dringende Anschaffungen aktuell werden können, ohne die Vereine beispielsweise keinen sicheren Sportbetrieb anbieten können.

Hauptzielrichtung war nach Worten von Gemeindedirektor Sven Janisch, dass grundsätzlich Zuschussanträge nicht erst eingereicht werden, nachdem die betreffenden Maßnahmen bereits umgesetzt wurden. Der Verwaltung gehe es um Planbarkeit. Es sei der Politik aber überlassen, einzelne Punkte aus dem Papier herauszuwerfen.

Die Schützenvereine in Lauenau und Feggendorf werden regelmäßig mit Zuschüssen unterstützt. Foto: Archiv

Uwe Heilmann (SPD) räumte ein: Es macht keinen Spaß, wenn die Gemeinde einen Zuschuss bewilligt und dann erfährt, dass das entsprechende Förderprojekt bereits so gut wie fertig ist. Dennoch würde ein starres Regelwerk die ehrenamtlich geführten Vereine überfordern.

Kommen Anträge aus Sicht der Politik zu spät, gingen die Vereine die Gefahr ein, das erbetene Geld nicht zu bekommen. Jeder müsse sich überlegen, ob er sich das leisten kann.

Über 200.000 Euro pro Jahr für Vereine

Dennoch sei der Flecken bei der Gewährung von Zuschüssen an ehrenamtliche Gruppen recht generös. Mit mehr als 200.000 Euro unterstützt die Gemeinde ihre Vereine pro Jahr, so Heilmann. Ihm schloss sich Bürgermeister Wilfried Mundt (SPD) an. Die Vereine sollten einfach noch einmal darauf hingewiesen werden, dass sie ihre Anträge möglichst früh einreichen.

Es sei durchaus denkbar, dass jemand im Sommer ein Schnäppchen macht. Und dann soll er auch zuschlagen können, anstatt auf grünes Licht der Gemeinde warten zu müssen. Denn ein günstiger Preis für neue Geräte reduziere schließlich auch den Zuschussanteil der Gemeinde.

Auch die Aktivitäten im Lauenauer Dojo werden von der Gemeinde unterstützt. Foto: Archiv

Den Vorstoß der Verwaltung lobte Mundt dennoch, weil dieser immerhin dazu geführt habe, dass sich die Verwaltung mit der Sache befasst. Rosita Vollmer (Grüne) sprach sich zumindest dafür aus, dass die Anträge vor der Anschaffung von Material gestellt werden müssen. Wehner schlug vor, dass ein Handzettel mit den gewünschten Vorgehensweisen an die Vereine und Organisationen im Lauenau und Feggendorf verschickt wird.

Thema wohl nochmal in den Rat

Unterm Strich einigten sich die Politiker auf die Formulierung: Geldbitten „sollten vor Maßnahmenbeginn“ eingereicht werden. Nur in Absprache mit der Verwaltung kann davon abgewichen werden. Ein Stichtag wurde nicht formuliert. Auch eine von der Verwaltung angedachte, feste prozentuale Regelung für unterschiedliche Arten von Anträgen fiel hinten runter. Das Thema kommt nun wohl in Kürze noch einmal in den Rat.

Von Guido Scholl

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