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Lauenau Prozess gegen Uwe K.: Ex-Geliebte sagt aus
Schaumburg Rodenberg Lauenau Prozess gegen Uwe K.: Ex-Geliebte sagt aus
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00:21 21.10.2018
Lauenau/Hildesheim

Aus diesem Grund stellten die Verteidiger Matthias Doehring und Christoph Hessel zu Beginn den Antrag, die Aussagen mit einem Tonbandgerät aufzunehmen. „Fest steht, die Zeugin hat zweifelsfrei gelogen“, so Hessel – entweder in den Aussagen bei der Polizei oder später vor dem Landgericht Bückeburg.

Richter appelliert an Aufrichtigkeit der Zeugin

Richter Peter Peschka, Vorsitzender der ersten Strafkammer, lehnte den Antrag ab, mit der Begründung, dass der Inhalt der Aussage relevant sei, nicht der Wortlaut.

Stattdessen richtete er einen „dringenden Appell“ an die Zeugin: „Heute kommt es drauf an.“ Falls in der Vergangenheit etwas unwahr war, solle sie sich „einen Stoß geben“ und erzählen, wie es wirklich war. Die Frau schilderte am Donnerstag zunächst das Kennenlernen und die gemeinsame Zeit bis einige Tage vor der Tat.

Ines K. wurde am 27. Mai 2015 erst mit Zaunlatten erschlagen, bevor sie mit Müllbeuteln, Expanderband und einem Karabinerhaken erstickt wurde.

Kennenlernen im Erotikmassagesalon

Kennengelernt haben sich K. und seine spätere Geliebte im November 2013 in einem Erotikmassagesalon. Auf die Nachfrage, warum der Salon nicht in den Vernehmungsprotokollen der Polizei auftauchte, antwortete die Zeugin, es sei gut möglich, dass sie es aus Scham verschwiegen hat.

Kurze Zeit später offenbarte K. ihr, dass er zwar verheiratet sei, „aber in all den Jahren alles ziemlich eingeschlafen war“.Die 46-Jährige habe eingewilligt, ihn öfter zu treffen und eine unverbindliche „Freundschaft Plus“, also eine Sexbeziehung, einzugehen.

Von Liebe keine Spur

„Ich habe die Zärtlichkeiten genossen und die Art, wie er mit mir umging, aber etwas Festes hätte ich mir nicht vorstellen können“, erklärte sie.

„Nein, auf keinen Fall“, verdeutlichte die Zeugin vehement auf Peschkas Frage, ob sie sich mehr von der Beziehung versprochen habe. Sie habe ihn gemocht, aber nicht geliebt. Dennoch räumte sie auf Doehrings Nachhaken ein, sie habe zu K. „Ich liebe dich“ gesagt. „Es ist ein Wort“, wiegelte die 46-Jährige ab und „es hatte nicht die Bedeutung, die es haben sollte“.

Ein Liebesgedicht, das sie K. geschenkt hatte, war demnach nur eine „nette Geste“. Die Liebesbekundungen, die aus dem Polizeiprotokoll vorgelesen wurden, will sie so nicht gesagt haben.

Geliebte ist mehrfach am Wohn- und Geschäftshaus in Lauenau

Weiteres Hauptaugenmerk der Vernehmung lag auf ihrer Arbeit in dem Unternehmen. Auf K.‘s Bitte hin hatte sie den Massagesalon hinter sich gelassen und arbeitete fortan für den Lauenauer. Auf dem Wohn- und Geschäftsgrundstück war die Ex-Geliebte ihren Ausführungen zufolge mehrmals – aber nur, wenn Ines K. nicht dort war.

Auf Nachfragen Peschkas schilderte sie, dass sie am 21. oder 22. Mai den Rasen im Garten mähte. Dabei nahm sie ein Band und Karabinerhaken auf, die im Gras unter dem Trampolin lagen, und legte sie auf selbiges. Von einem Schlüssel zum Haus, der draußen versteckt war, will sie nichts gewusst haben. Auch dies war Thema beim ersten Prozess.

„Ich bin müde und ich weiß jetzt gar nichts mehr“, sagte die Frau nach mehreren Stunden. Zuvor verstrickte sie sich teilweise bei den detaillierten Nachfragen in Widersprüche. An zwei weiteren Tagen soll die 46-Jährige geladen werden. göt