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Lauenau Sorgen um die Süntelbuche
Schaumburg Rodenberg Lauenau Sorgen um die Süntelbuche
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16:27 18.02.2014
Nährboden für Pilzbefall: Hans-Joachim Rothe hat auch an der weitaus jüngeren „Wurzelbrut“ bereits eine Schadensherd entdeckt. Quelle: nah
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Lauenau

Der Biologe betreut das Süntelbuchen-Arboretum bei Bad Münder und hat sich dem Erhalt der seltenen Gattung verschrieben.

 Doch für den mächtigen Baum im Flecken sieht er keine lange Zukunft mehr, nachdem er bereits im Herbst am Fuß des Stammes in größeren Flächen pflanzliche Parasiten entdeckt hatte. Das zerstörerische Werk des Pilzes aus der Gruppe der Hallimasch war zuletzt auf dem Dachtelfeld im Süntel zu beobachten. Dort sind mehrere etwa 100 Jahre alte Bäume bereits in Teilen verfallen.

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 Eigentlich sieht Rothe im von ihm prognostizierten Schicksal des Lauenauer Baums kein Unglück: „Es ist eben alles ein Werden und Vergehen.“ Doch es sei jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, an Ersatz zu denken: Würden zwei neue Bäume im Volkspark gepflanzt, könnten diese gewissermaßen Nachfolgeobjekte sein, wenn der Riese neben ihnen „in vielleicht 15 oder 20 Jahren“ abgestorben ist. Gleichzeitig rät er, diesen Tod auch zu würdigen: „Nicht durch schnelles Beseitigen, sondern durch allmähliches Vergehen lassen.“ Ähnlich wie bei der vor etlichen Jahren eingegangenen „Tilly-Buche“ bei Raden könne der Torso an Ort und Stelle liegen bleiben und bei entsprechendem Schutz per Zaun nicht minder attraktiv wie zu Lebzeiten sein.

 Kritisch bewertet Rothe die jüngsten Schnitte an der Krone. Diese schadeten dem Baum mehr als das immer noch in der Rinde zu entdeckende Werk von Menschenhänden, die ihre Initialen einritzten, als der Baum noch nicht umzäunt war.

 Ebenfalls gefährdet sieht der Experte zumindest eine der beiden „Wurzelbruten“, die sich außerhalb des Zauns schon vor Jahrzehnten gebildet hatten. Auf dem fast parallel zum Boden verlaufenden Stamm fehlt ein großes Stück Rinde, das irgendwann einmal abgebrochen, abgeschrammt oder abgeschnitten worden ist: „Auch hier wird der Pilz eindringen“, fürchtet Rothe.

 Der stellvertretende Gemeindedirektor Jörg Döpke widerspricht Rothes Kritik am Baumschnitt. Das sei durch Experten auf Anraten von Fachleuten und der Naturschutzbehörde erfolgt. Dagegen stimmt er der Idee von Neupflanzungen zu und will sich dabei des Sachverstands aus Bad Münder bedienen. Inzwischen reagierte auch Bürgermeister Heinz Laufmöller: Das Thema soll den Rat beschäftigen. Döpke und Laufmöller sind sich einig: Es gehe um die bislang bedeutendste Sehenswürdigkeit im Flecken. nah