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Lauenau Streuobstwiese im Visier
Schaumburg Rodenberg Lauenau Streuobstwiese im Visier
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22:35 02.05.2017
Gemeindedirektor Sven Janisch begrüßt auf der Streuobstwiese eine ganze Reihe von Nachbarn und anderen Interessenten. Quelle: nah
LAUENAU

Bei einem Ortstermin mit bisherigen Baumpaten, Nachbarn und an Früchten interessierten Einwohnern war die Resonanz groß. Einen Grund für den Blick auf die große Parzelle in der Flur Lammerkamp lieferte Stefan Nerge. Der Imker ist bereits mit dem örtlichen Kindergarten Pusteblume wiederholt unterwegs gewesen, um auf spielerische Weise Bienen, Wiese und Obst zu erläutern (wir berichteten). Jetzt plant er eine Aktion mit hiesigen Grundschülern, die mit ihm Ohrenkneiferhöhlen oder Insektennisthilfen bauen könnten. Zudem will Nerge mindestens zwei Bienenstöcke aufstellen. Vom Heimat- und Museumsverein hat er bereits die Zusage, ihm beim Anlegen von Totholzhaufen und Trockensteinmauern zu helfen.

Um die bestehenden 66 Obstbäume und die neun notwendigen Ersatzpflanzen wollen sich dagegen alte und neue Paten kümmern. Gemeindedirektor Sven Janisch registrierte 26 vergebene Bäume. Zugunsten der derzeit freien Gewächse gingen rasch etliche Finger in die Höhe. Vor allem für die Sorte Boskop war die Nachfrage groß.

„Mundraub sollte weiterhin erlaubt sein“

Bürgermeister Wilfried Mundt begrüßte das neu erwachte Interesse samt Imkeraktivitäten. „So eine gute Idee muss einfach unterstützt werden“, sagte er. Janisch dagegen versuchte hier und da schon schlichtend einzuwirken. „Mundraub sollte weiterhin erlaubt sein. Aber nicht mit Eimer und Leiter“, beschied er einem Fragesteller, der sich um seine Früchte sorgte und nach der Rechtslage fragte. Andere zeigten auf das üppig wuchernde Gras samt darin gelb leuchtendem Löwenzahn. Zweimal jährlich werde der Flecken Lauenau mähen lassen – aber nicht flächendeckend, sondern in Abschnitten.

Auch ein geplanter Blühstreifen bleibt dann ausgespart. Wegen einer quer durch die Wiese verlegten Gasleitung dürfen in dessen Bereich keine Bäume wachsen. „Da ist Platz für Wildblumen“, so Nerges Plan für die nächsten Tage. Etwaige kritische Blicke kommentierte er gleich mit. „Auch ein toter Baum ist in diesem Biotop wertvoll“, so Nerge. nah