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Lauenau Verschenken statt wegwerfen: Lauenauer Facebook-Gruppe wächst rasant
Schaumburg Rodenberg Lauenau Verschenken statt wegwerfen: Lauenauer Facebook-Gruppe wächst rasant
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16:38 04.10.2019
Nicht mehr genutzte Gegenstände werden in der Gruppe verschenkt - und Hunderte Lauenauer machen mit. Quelle: Andrea Göttling
Lauenau

Einen Blitzstart hat die neue Facebookgruppe „Lauenau – Zu gut für die Tonne!“ hingelegt. In etwa drei Wochen sind über 600 Mitglieder zusammen gekommen. Flohmarktgruppen gibt es im Netz zuhauf. Das Besondere in diesem Fall: Nicht mehr benötigte Gegenstände werden zum Verschenken offeriert.

Jeden Tag neue Angebote

Mit der Gruppe traf die Initiatorin Anja Krause ganz offensichtlich einen Nerv. Immer mehr Schaumburger stellen sich gegen den Wegwerfgedanken. Jeden Tag flattern neue Angebote herein – von Kleidung für Erwachsene und Kinder, Spielzeug, Küchenutensilien bis hin zu den unterschiedlichsten Gegenständen, die ein Haushalt zu bieten hat.

Und all das im Umkreis von Lauenau und den angrenzenden Gemeinden – im weitesten Sinne werden die Produkte also an Nachbarn gegeben. Oftmals finden sich innerhalb von Minuten Interessenten.

Die meisten Produkte gibt's kostenlos

Auch Produkte aus dem eigenen Garten werden angeboten. Eine Nutzerin bot beispielsweise die durch den Sturm vom Baum geschüttelten Walnüsse in ihrem Garten zum Aufsammeln an. Denn auch diese sind, im wahrsten Wortsinn, zu gut für die (Bio-) Tonne. Auch ein kleiner Walnussbaum wurde angeboten.

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Die meisten Angebote sind in der Tat kostenlos. Teilweise werden Produkte auch zum Tausch angeboten, in der Regel aber nur gegen eine kleine Aufmerksamkeit – der Lieblingsnascherei etwa.

Das ist die Person hinter der Gruppe

Hinter der Gruppe steckt die Lauenauerin Anja Krause. Sie organisiert seit drei Jahren zusammen mit zwei Nachbarn einen Garagenflohmarkt. „Ich hatte jedes Jahr noch eine Kiste übrig, die zum Verschenken an die Straße gestellt wurde“, erklärt sie.

Mich nervt einfach diese Wegwerfgesellschaft.

Anja Krause , Gruppen-Gründerin

Auch andere folgten dem Beispiel. „Mich nervt einfach diese Wegwerfgesellschaft“, schildert Krause. Für viele Gegenstände sei aber kein Geld mehr zu bekommen, also könne es doch zumindest verschenkt werden. Bevor es in der Tonne landet, freue sich vielleicht noch jemand darüber. „Zudem lernt man viele nette Leute kennen und es stärkt die Gemeinschaft“, sagt die Lauenauerin.

Mit einem Salat hat alles angefangen

Der erste Gedanke kam Krause, als die Familie vom Grillen noch Salat übrig hatte und diesen gerne verschenken wollte. „In der Lauenauer Gruppe hatte ich dann gefragt, aber es meldete sich niemand – vielleicht war es dem einen oder anderen unangenehm“, sagte sie. In jener Gruppe müsse es keinem unangenehm sein, die Angebote anzunehmen, genau dafür sei die Gruppe schließlich da.

Dass die Gemeinschaft so schnell wächst, habe sie nicht erwartet. „Umso mehr freue ich mich, wenn ich in die Gruppe schaue und sehe, dass da wirklich Gutes verschenkt wird und kein Müll“, sagt sie. von Andrea Göttling

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