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Lauenau Vor 40 Jahren: So wurde die Lauenauer Ortsumgehung gebaut
Schaumburg Rodenberg Lauenau Vor 40 Jahren: So wurde die Lauenauer Ortsumgehung gebaut
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17:40 07.06.2019
Gemeinsam hoben Paul Scheffler (links) und Horst Knoke am 11. Mai 1979 die letzte Absperrbake zur Seite.  Quelle: nah
LAUENAU

Mit der Umgehung wurde der Flecken vom immer stärker gewordenen Durchgangsverkehr befreit. Vor allem die Anrainer von Coppenbrügger Landstraße, Marktstraße und Apelerner Straße hatten sich diesen Tag herbeigesehnt. Bis dahin donnerten Lastzüge durch den Ort, dass die Fensterscheiben klirrten. Familien in der Apelerner Straße warnten ihre Kinder stets vor den Gefahren vor ihrer Haustür.

Strömender Regen begleitete den historischen Moment, als der damalige Leiter des Straßenbauamts Hameln, Horst Knoke, und Lauenaus stellvertretender Bürgermeister Paul Scheffler die letzte Absperrbake zur Seite räumten.

Nach Genehmigung noch 13 Jahre Warten

Die ersten Absichten für den Bau der Ortsumgehung wurden schon in den fünfziger Jahren mit einem Flächennutzungsplan publik, der eine näher an der Ortslage verlaufende Trasse vorsah. 1962 erfolgte die grundsätzliche Genehmigung für den Bau. Doch dauerte es weitere 13 Jahre, bis 1975 der Grunderwerb beginnen konnte.

Zehn Jahre zuvor hatte schon das benachbarte Messenkamp seine Ortsumgehung erhalten – allerdings für einen hohen Preis: Die Trasse durchschnitt nämlich das kleine Dorf. Bis heute wird dieser Umstand beklagt, auch wegen der zunehmenden Lärmbelästigung. Im südlicher gelegenen Eimbeckhausen währte allein die Diskussion um eine Ortsumgehung mehr als ein halbes Jahrhundert, bis endlich 2011 die Einweihung erfolgen konnte.

Für den neuen Verlauf der Bundesstraße 442 an Lauenau vorbei waren elf Millionen D-Mark (rund 5,62 Millionen Euro) eingeplant worden. Bei der Schlussrechnung aber kostete das Teilstück nur gut neun Millionen Mark (rund 4,6 Millionen Euro), auch weil ein Brückenbauwerk eingespart werden konnte.

34.000 Kubikmeter Mutterboden bewegt

Denn zwischenzeitlich hatte sich die Bundesbahn entschieden, die für den Personenverkehr bereits stillgelegten Schienen zwischen Bad Nenndorf und Bad Münder südlich von Lauenau zu kappen. Ab Sommer 1977 endete der verbleibende Güterrangierverkehr als Sackgasse in Lauenau beziehungsweise in Eimbeckhausen.

Um für die neue Straßenführung einen Wall aufzuschütten, wurden 260.000 Kubikmeter Bauschutt und 34.000 Kubikmeter Mutterboden bewegt. Unablässig fuhren 1977 und 1978 Lastwagen auf dem in die Höhe wachsenden Damm. Später entstanden 30.000 Quadratmeter Rasenfläche; 40.000 Gehölze folgten. Zuvor waren für 700.000 D-Mark Grundstücke erworben und für 2,1 Millionen D-Mark Brücken gebaut worden. Der Erdbau kostete 4,1 Millionen D-Mark; die eigentliche Fahrbahn mit Nebenanlagen 1,7 Millionen D-Mark.

So ganz groß war die Freude über die Einweihung übrigens nicht. Denn die gleichzeitig zu erneuernde Brücke über die Autobahn befand sich noch im Bau, sodass der Verkehr für weitere Monate durch den Flecken und über die Landstraße umgeleitet werden musste. Diese Brücke hatte übrigens nicht all zu lange Bestand: Keine 20 Jahre später wich sie einer neuen Überführung aufgrund der vorgesehenen Erweiterung der Autobahn auf jeweils drei Spuren.

Schutzwall folgte 1999

Am meisten freuten sich nach der Einweihung die Anwohner der Apelerner Straße, weil ihre Fahrbahn nun zur Sackgasse geworden war. Noch komfortabler wurde es für sie, als 1999 im Zuge des geplanten Logistikparks ein Lärmschutzwall entlang der B 442 aufgeschüttet wurde – unter anderem mit Abbruchmaterial ehemaliger Casala-Gebäude. Seither herrscht in ihrem Viertel fast völlige Ruhe.