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Lauenau Waffen nach Drohungen gegen Rathaus-Mitarbeiter beschlagnahmt
Schaumburg Rodenberg Lauenau Waffen nach Drohungen gegen Rathaus-Mitarbeiter beschlagnahmt
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18:13 14.08.2019
Die Jagdwaffen eines 76-jährigen Lauenauers liegen jetzt bei den Vollzugsbehörden. Quelle: Friso Gentsch/dpa
RODENBERG/LAUENAU

Am Dienstag erstatteten zwei Angestellte der Samtgemeinde Rodenberg Anzeige bei der Polizei, wie die Beamten mitteilten. Beide waren in ihrer Eigenschaft als Vertreter der Verwaltung mit dem 76-Jährigen in Kontakt getreten, weil bereits seit mehreren Jahren Streitigkeiten mit dem Mann andauern. Wiederholt waren die Rathaus-Mitarbeiter von dem Lauenauer bedroht worden.

Als Jäger berechtigt, Waffen zu besitzen

Da sich der Beschuldigte zudem als Jäger im Besitz mehrerer Jagdwaffen befand, beantragte die Polizei umgehend einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss beim zuständigen Amtsgericht Stadthagen. Der Beschluss wurde bereits am Folgetag vollstreckt und die Waffen beschlagnahmt.

Starfverfahren steht bevor

Der Beschuldigte muss nun mit einem Strafverfahren rechnen. Seine Erlaubnis, Waffen zu tragen, wird nun durch die zuständige Behörde beim Landkreis Schaumburg überprüft. „Seine Waffen wird er so bald nicht zurückerhalten“, schreibt die Bad Nenndorfer Polizei.

In diesem Zusammenhang weisen die Ordnungshüter darauf hin, dass Drohungen – gleich welcher Art – gegenüber Vertretern der öffentlichen Verwaltung beziehungsweise auch anderen Amtsträgern im Zusammenhang mit deren dienstlicher Aufgabenerfüllung in keinem Fall toleriert werden. Wer so etwas tut, müsse mit konsequenten und drastischen Maßnahmen rechnen.

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Immer öfter Drohungen

Fälle von Drohungen gegenüber Mitarbeitern öffentlicher Einrichtungen haben zuletzt zugenommen. Erst im April dieses Jahres hatte ein 52-jähriger Mann im Jobcenter Stadthagen zu einer Spraydose gegriffen und damit in Richtung eines Mitarbeiters gesprüht. Zudem wurde kürzlich bekannt, dass der Landkreis Schaumburg seit einigen Jahren einen Sicherheitsdienst im Jobcenter einsetzt.

In Bad Nenndorf musste die Polizei im April 2017 einen Reichsbürger aus einem Haus vertreiben, weil er sich einer gerichtlichen Anordnung widersetzte.

Von Guido Scholl