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Lauenau „Wandel bringt uns nach vorne“
Schaumburg Rodenberg Lauenau „Wandel bringt uns nach vorne“
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18:39 28.05.2017
Im voll besetzten Sägewerk feiert die Feuerwehr Lauenau ihren 120. Geburtstag und lauscht den Worten von Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker Quelle: göt
LAUENAU

„Wer einmal den blauen Rock getragen hat, der trägt ihn Zeit seines Lebens“, so der ehemalige Brandmeister Heyno Garbe beim Festkommers zum 120-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Lauenau. Und tatsächlich spürt man im Flecken Lauenau, wie eng die Brandschützer mit ihrer Feuerwehr verbunden sind. Die Kameradschaft zeigt sich auch darin, dass es in 120 Jahren nur sieben Ortsbrandmeister gab – „ein deutliches Zeichen der Harmonie innerhalb der Wehr“, wie Bürgermeister Wilfried Mundt in seinem Grußwort betonte.

Wandel ist Bewegung

Während Zusammenhalt und Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr seit ihrer Gründung 1897 Bestand haben, haben sich die äußeren Umstände in den zwölf Jahrzehnten immer weiter entwickelt. „Wandel ist Bewegung, Wandel bringt uns nach vorne“, sagte Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker. Am offenkundigsten ist diese Veränderung wohl bei der Technik. Um 1900 waren lederne Helme mit blanker Raupe Teil der Sicherheitskleidung, blickte Kreisbrandmeister Klaus-Peter Grote schmunzelnd zurück. Auch die Lebensumstände der Kameraden und die Art der Einsätze haben sich gewandelt. „So hat sich die Form verändert, aber nie die Ziele und Ideale“, sagte Tobias Komossa als stellvertretender Gemeindebrandmeister. Brandschutz und Gefahrenabwehr haben sich die Gründer der Feuerwehr auf die Fahne geschrieben, und diese Ideale seien bis heute gültig.

„Dieses System gibt uns Sicherheit“

Landrat Jörg Farr drückte den Kameraden seinen Respekt aus. Schwebt jemand in Gefahr, wählt er den Notruf – was dann passiere, so der Landrat, „ist wirklich aller Ehren wert“. Die Feuerwehrleute handeln gegen ihren eigenen Instinkt, denn statt zu fliehen, bringen sie sich selbst in Gefahr, um anderen Menschen zu helfen. „Dieses System gibt uns seit Jahrzehnten Sicherheit“, dankte auch Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla der Wehr.

Früher war es üblich, dass die Feuerwehrleute nach Übungsabenden oder Einsätzen ein Bier und zwei Schnäpse bekamen. So steht es in der Chronik. Dieser Brauch wurde irgendwann eingestellt. Doch die Geselligkeit ist nie in den Hintergrund getreten. Und so gingen beim Festkommers einige Liter Kaltgetränke über den Tresen, die sich die wehrhaften Bürger auch redlich verdient haben. göt

Ohne Kinder wäre es „zappenduster“

Außer dem großen Jubiläum ist am Wochenende auch „Kindergeburtstag“ gefeiert worden: Vor 15 Jahren wurde die Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. 35 Mädchen und Jungen gehören ihr heute an, weitere 40 Jugendliche sind in der Jugendabteilung.

Ohne die Kinder- und Jugendabteilung der Feuerwehr Lauenau wäre es bald „zappenduster“, betonte Ortsbrandmeister Klaus-Werner Volker. „Die Jugendarbeit der letzten Jahre trägt jetzt Früchte“, sagte die Kreisjugendfeuerwehrwartin Silke Weibels sichtlich gerührt. Viele nun aktive Kameraden haben ihre Wurzeln in der Kinder- und Jugendabteilung.

Zur Feier des Tages hatten die Kinder ein Video vorbereitet. Mit Rollern und Bobbycars stellten die Kinder einen Unfall samt Stau auf der Autobahn nach und erklärten anschaulich, wie eine Rettungsgasse zu bilden ist. Dafür ernteten sie tosenden Applaus.  göt

Janisch hat die dickste Eiche

Das Eichenmessen ist in Lauenau längst Tradition geworden. Alle fünf Jahre wird der Umfang von vier Eichen an der Kreisstraße zwischen Rodenberg und Lauenau ermittelt. 1982 wurden diese von der Feuerwehr gepflanzt. Das Vermessen hat sich inzwischen zu einem Wettstreit gemausert. Mit 159 Zentimetern Umfang ist die Süd-Eiche unter der Patenschaft von Gemeindedirektor Sven Janisch mit Abstand am besten entwickelt. Es folgt die West-Eiche von Rainer Thies mit 124 Zentimetern Umfang, die Nord-Eiche von Heyno Garbe mit 112 Zentimetern und – weit abgeschlagen auf dem letzten Platz – mit 95,5 Zentimetern die Ost-Eiche unter der Patenschaft von Bürgermeister Wilfried Mundt göt