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Messenkamp Ausschuss für günstigere Variante beim Feuerwehrgebäude
Schaumburg Rodenberg Messenkamp Ausschuss für günstigere Variante beim Feuerwehrgebäude
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16:22 22.02.2019
Archiv Quelle: Das Gerätehaus in Rodenberg wurde samt Fahrzeughalle in Massivbauweise errichtet.
Messenkamp

Bei einem Massivbau wäre ein zusätzlicher Statiker nötig, während der Auftrag für eine Hallenbauweise in einem Stück an einen Konstrukteur vergeben würde. Dies würde die Kosten gegenüber dem Massivhaus um 20 Prozent senken. So erklärte es Baufachbereichsleiter Markus Jacobs.

Einziger Nachteil: Die günstigere Halle wäre über 50 Jahre abzuschreiben, die andere Variante über 90 Jahre. Die Abschreibungen belasten die Haushalte der Kommunen, stellen aber keine tatsächlichen Ausgaben dar.

Hallenbau kostet 1,3 Millionen Euro

Der Massivbau würde laut Schätzung des Baufachbereichs 1,57 Millionen Euro kosten. 1,3 Millionen wären es bei der Hallenbauweise. Diese war zuletzt von der Samtgemeinde in Lauenau und Pohle angewandt worden. Auch in umliegenden Kommunen wie der Samtgemeinde Niedernwöhren erhielten die Feuerwehren Hallenbauten als Gerätehäuser.

Hans-Werner Kühnel (SPD) hielt es für unverantwortlich, die teurere Variante zu wählen, weil die Samtgemeinde Rodenberg nicht eben im Geld schwimmt. Nicole Wehner (WGSR) sah das komplett anders: „Ich ziehe den Massivbau vor. Den Sandwich-Hallen spreche ich die gleiche Lebensdauer einfach ab“, sagte sie. In der Gemeinde Messenkamp werde ein Gebäude in exponierter Lage errichtet, das die Landschaft über Jahrzehnte prägen werde.

Witte: Hülle sieht nicht erheblich anders aus

Frank Witte (SPD) war der Ansicht, dass die Hallenbauweise durchaus auch in der Gemeinde, der er als Bürgermeister vorsteht, angewandt werden kann. Die Hülle sähe nicht erheblich anders aus, wenn massiv gebaut würde. „Wir sprechen hier von Zweckbauten“, ergänzte Klaus-Werner Volker (SPD). Es müssen schließlich auch nicht alle Landwirte ihre Fahrzeughallen abreißen und Massivhäuser aufstellen.

Daniela Kastning (WGSR) sprang Wehner bei. Es sei gar nicht gesagt, dass die Massivbauweise wirklich teurer ausfällt; sie verwies zudem auf einen hässlichen Hallenbau bei Reinsdorf, der im Ort für Kopfschütteln sorge. Fraktionskollege Udo Meyer aus Messenkamp bewertete es zwiespältig: Schöner wäre ein Massivhaus wohl schon, doch er sehe auch das Kostenargument.

Wehner kritisiert Blick aufs Geld statt auf die optische Anpassung

Karl-Heinz Bruns (CDU) sagte, es sei durchaus denkbar auch bei der Sandwich-Bauweise ein optisch ansehnliches Ergebnis zu erzielen. Wehner geriet beinahe in Rage, angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit im Ausschuss mehr aufs Geld als auf die landschaftliche Schönheit schaute. Doch auch dies nützte ihr nichts. Der Ausschuss votierte für einen Hallenbau. Allerdings muss diese Entscheidung nun noch den Rat passieren.

Volker mahnte an, dass für die beiden übrigen Neubauvorhaben im Feuerwehrbereich ein Grundkonzept mit den betroffenen Brandschützern abgestimmt wird. Dieses soll die Basis bilden, von der noch geringfügig abgewichen werden kann. Daraus könnten Kostenersparnisse resultieren. Auch in den Gemeinden Hülsede und Apelern sollen neue Gerätehäuser errichtet werden.

Von Guido Scholl