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Rodenberg 2+1 = Protest
Schaumburg Rodenberg Rodenberg 2+1 = Protest
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21:40 16.11.2017
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Rodenberg/Algesdorf

Wer gehofft hatte, dass sich an dem Entwurf wegen des seit Mai vernehmbaren Protestes etwas geändert hat, sah sich getäuscht. Was die Planer vorstellten, beinhaltete alle Reizpunkte inklusive der viel gescholtenen Ampelkreuzung bei Algesdorf und dem nah an das Wohngebiet Grover Grenze heranrückende Riesenbauwerk, das künftig die B442 und die B65 miteinander verknüpfen soll.

 Bei der Vorstellung der Algesdorfer Kreuzung erhob sich ebenso ungläubiges Gelächter wie in dem Moment, als verkündet wurde, wie die Besucher nach dem Ausbau zur Mooshütte und zur Cecilienhöhe gelangen sollen. Den Planern gaben Ortskundige mit auf den Weg, dass sich dort, wo diese neuen Zufahrten entstehen sollen, einst eine Mülldeponie befand. Dies will die Behörde nun prüfen.

 Nicole Wehner argwöhnte, dass sich Bad Nenndorf mit dem Wegrücken der B65 in Richtung Rodenberg Vorteile verschaffe. Sie sah in dem Großprojekt indes keinerlei Pluspunkte für die Samtgemeinde Rodenberg. Noch weiter ging Klaus-Werner Volker: Es ergebe sich überhaupt kein Vorteil, auch nicht für den Verkehr auf der B65 – was das Publikum mit Applaus quittierte. Volker bezeichnete die Pläne als schlecht. Dem hielt Uta Weiner-Kohl von der Landesbehörde entgegen, dass der 2+1-Ausbau mehr Sicherheit beim Überholen langsamer Fahrzeuge bringe.

Mehr Verkehr in der Deisterstadt befürchtet

Hans-Dieter Brand befürchtete sogar Nachteile für Rodenberg, weil die Verlegung der B442 zu mehr Verkehr in die Deisterstadt führen könnte. Dies sah Stephan Lotz auch für Algesdorf in Fahrtrichtung Stadthagen kommen. Er forderte ein Aussetzen der Planung für 20 Jahre. Wilfried Engelhardt erhielt auf seine Frage nach der zu erwartenden Bauzeit keine exakte Antwort. Für den weit weniger aufwendigen Abschnitt bei Vornhagen dauern die Arbeiten bereits drei Jahre an.

 Elisabeth Rautenberg-Röver widersprach Planer Hartmut Meyer, der gesagt hatte, dass sich mit dem Ausbau kein Negativeffekt für die Hochwassersituation ergebe. Sie betonte, dass jede Bodenversiegelung mehr Hochwasserprobleme bedeute. Uwe Märtens bemängelte die Verschandlung der Natur und nannte die Riesenkreuzung eine Art Trennwand zwischen Nenndorf und Rodenberg. Matthias Schellhaus stellte heraus, dass die Karten der Behörde den neuen Teil des Baugebietes Steinriesen nicht beinhalten – er vermutete Schallschutzprobleme.

 Auf Kritik stießen sowohl die Baukosten von fast 40 Millionen Euro als auch der Verbrauch von 44 Hektar freier Fläche. So viel Aufwand für eine Strecke, die keinen Unfallschwerpunkt beinhaltet – das war für viele Redner schlichtweg eine Verschwendung. Eine Zuhörerin brachte es auf den Punkt: „Die Leute fragen sich hier, warum das überhaupt gebaut werden muss.“ gus

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