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Rodenberg 48 Hektar Gewerbefläche möglich - doch Rodenbergs Politik sagt nein
Schaumburg Rodenberg Rodenberg 48 Hektar Gewerbefläche möglich - doch Rodenbergs Politik sagt nein
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14:09 08.11.2019
Ein neues Gewerbegebiet soll bei Rodenberg entstehen. Quelle: Lino Mirgeler/dpa
Rodenberg

Das Verfahren zu der Planänderung obliegt eigentlich der Samtgemeinde. Beantragen muss es aber die Stadt. Dieser stehen derzeit nur noch 20.000 Quadratmeter zwecks Gewerbeansiedlung zur Verfügung, begründete die Verwaltung das Vorhaben, ein neues Areal zu erschließen.

SPD wünscht sich Wohnraum

Doch aus der Politik gab es Gegenwind. Hans-Dieter Brand (SPD) wünschte sich Teilbereich für Wohnen in dem Gebiet. Der Bedarf sei da. Arno Fatzler, stellvertretender Baufachbereichsleiter, argumentierte dagegen: Wegen der Geräuschimmissionen sei Wohnbebauung dort problematisch. Es wären Lärmschutzwälle in einer Dimension nötig, wie sie in der Stadt Rodenberg bislang nicht vorhanden sind.

Öko-Ausgleich soll schon festgelegt werden

Markus Jacobs, Leiter jenes Fachbereichs, ergänzte, dass die Lärmschutzwälle wohl auch nutzlos wären, weil die Autobahn immer noch höher läge und sich der dort entstehende Krach dennoch auf die Wohnhäuser auswirken würde.

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Matthias Schellhaus (Grüne) pochte auf eine Festlegung der ökologischen Ausgleichsmaßnahmen für die mit der Ausweisung einhergehende Bodenversiegelung. Er lehnte außerdem Ansiedlungen von Betrieben wie Amazon ab, die in Rodenberg keine Gewerbesteuern zahlen. So lange dazu keine Vorgaben beschlossen seien, könne er dem Planänderungsverfahren nicht zustimmen.

4:3 Stimmen gegen Planänderung

Fatzler entgegnete, dass zuerst die Änderung des Flächennutzungsplans durch die Samtgemeinde angeschoben werden sollte. In diesem Prozess gehe es noch nicht um die Festlegung auf Gewerbeformen und die erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen. Dies folge erst im Zuge der Bebauungsplan-Änderung, die wiederum in Regie der Stadt steht.

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Bei der Abstimmung fiel das Vorhaben dennoch mit 4:3 Stimmen durch. Wie es nun weitergeht, blieb offen.

Von Guido Scholl