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Rodenberg Alarmstufe rot: Die Algesdorfer Runde steht vor dem Aus
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Alarmstufe rot: Die Algesdorfer Runde steht vor dem Aus
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13:49 31.05.2019
Im Jahr 2016 enthüllt Bürgermeister Ralf Sassmann einen Findling auf dem neuen Dorfplatz. Uwe Heitmann (links) als Chef der Algesdorfer Runde schaut zu.
Im Jahr 2016 enthüllt Bürgermeister Ralf Sassmann einen Findling auf dem neuen Dorfplatz. Uwe Heitmann (links) als Chef der Algesdorfer Runde schaut zu. Quelle: Archiv
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ALGESDORF

Der bisherige Runde-Chef Heitmann will sich  nicht überreden lassen, aus der Not heraus weiter den Leitwolf zu geben. Die Algesdorfer Runde steht für die Organisationen Feuerwehr Algesdorf, Schießsport Club Algesdorf, TSV Algesdorf und The Batz. Seit 2005 fungierte Heitmann als Vorsitzender. Im Jahr 2011 übernahm er in dieser Funktion auch die Verwaltung des Dorfgemeinschaftshauses. Für seine Verdienste im TSV ist Heitmann darüber hinaus Ehrenvorsitzender des Sportvereins.

Mit 78 Jahren soll Schluss sein

Jetzt will er aber nicht mehr und sucht nach einem Kandidaten, der seine Nachfolge antritt. Mit mehreren Algesdorfern, die sich eignen würden, habe er gesprochen – doch niemand sei bereit, in die Bresche zu springen. Bis zum Jahresende will Heitmann zumindest noch die Verwaltung des Gemeinschaftshauses ausüben. Dann soll auch damit Schluss ein. „Ich bin dann 78, das muss reichen“, sagt Heitmann.

Sollte tatsächlich niemand die Leitung der Algesdorfer Runde übernehmen wollen, wäre die Vereinigung nach 41 Jahren am Ende. Zuletzt hatte die Runde 2016 das Jubiläumsfest zum 1150-jährigen Bestehen des Ortes organisiert, bei dem ein neuer Dorfplatz eingeweiht wurde. Auch die Chronik entstand innerhalb dieser Gruppe.

Regelmäßig veranstaltete die Runde bislang eine Weihnachtsfeier für Kinder, den Erntedankgottesdienst und die Zeremonie zum Volkstrauertag. Das Erstellen eines Terminkalenders der Algesdorfer Veranstaltungen war der Vereinigung ebenfalls zu verdanken. Darin befinden sich Veranstaltungen der Mitgliedsvereine, aber auch der Kirche und des örtlichen Seniorentreffs.

Wort des Runde-Chefs hat Gewicht

Heitmann würde es bedauern, wenn all das wirklich eingestampft würde und bittet Interessierte, sich einen Ruck zu geben und die Aufgabe zu übernehmen. Wer Lust darauf hat, soll sich bei ihm oder im Rathaus melden. Auch in der Rodenberger Verwaltung wäre man dankbar dafür, wenn jemand den Vorsitz bekleiden würde. „Wir würden denjenigen auch bei der Arbeit unterstützen“, versichert Stadtdirektor Georg Hudalla.

Er habe stets ein offenes Ohr für die Anliegen der Algesdorfer Runde. „Und derjenige, der den Vorsitz hat, bekommt damit auch ein gewisses Standing im Rathaus“, versucht Hudalla, die Aufgabe schmackhaft zu machen. Soll heißen: Das Wort des Vorsitzenden der Vereinigung hätte durchaus Gewicht.

Noch aus anderem Grund wäre das Aus der Algesdorfer Runde ein gewisses Problem für die Verwaltung: Denn wenn Heitmann auch als Kümmerer fürs Dorfgemeinschaftshaus aufhört, muss sich jemand aus dem Rathaus um diese stadteigene Immobilie kümmern – und Arbeit hat die Verwaltung ohnehin genug. Wird die Runde zu Grabe getragen, muss auch deren Vermögen aufgelöst werden. In einer Vereinbarung von 1997 steht, dass das Geld der Dorfgemeinschaft zusteht. Ein einzelner Verein hat kein Anrecht darauf.

Guido Scholl