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Rodenberg Auezugang wird immer teurer
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Auezugang wird immer teurer
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20:15 11.03.2019
Damit Bürger der Aue beim Wäschehaus näher kommen können, muss die Stadt tief in die eigene Tasche greifen. Quelle: gus
Rodenberg

Erhard Steege (Rodenberger Interessen) und Stadtdirektor Georg Hudalla erinnerten an den Ausgangspunkt der Diskussion. Seinerzeit war von einem Steg in die Aue für circa 16.000 Euro die Rede. Die Idee hatte Steege – damals noch als CDU-Ratsherr – eingebracht.

Schnell stellte sich heraus, dass das Projekt mit etwas mehr Planungsaufwand verbunden ist. In einem ersten Schritt wuchs der Haushaltsposten dafür auf 40.000 Euro an. Dann kam der Gedanke auf, ein noch größer dimensioniertes Förderprojekt aufzulegen, dessen Kosten bei rund 110.000 Euro lägen und das zu einer aufwändigen Neugestaltung der Uferbereiche führen würde. Es käme zu einer Art Renaturierung, die auch weiteren Retentionsraum für das Gewässer erbrächte.

Kosten steigen an

Doch jüngst schossen die Kosten aus unterschiedlichen Gründen noch weiter in die Höhe. Unter anderem hatte es Eigentümerwechsel bei den zu kaufenden Grundstücken gegeben. Hinzu kommt die generelle Kostensteigerung bei Bauvorhaben. Somit stehen nun 260.000 Euro zur Debatte. Zuvor war die Stadt wegen einer 90-prozentigen Förderung noch immer von einem 10.000-Euro-Eigenanteil ausgegangen. Doch die Förderstelle, der Landesbetrieb für Wasser, Küsten und Naturschutz, beharrt auf ihrer Zusage, 100.000 Euro an Zuschuss zu zahlen.

So kam die Verwaltung auf die Idee, den Bodenabtrag von 2750 Kubikmetern, den das Projekt beinhalten würde, als Retentionsraum anrechnen zu lassen. Diesen könnte die Kommune bei eigenen Bauvorhaben verwenden oder an externe Investoren verkaufen. Knapp 140.000 Euro betrüge der Wert dieses Überschwemmungsvolumens. Denn für Bauprojekte in Auenähe muss neuer Retentionsraum geschaffen werden. „An anderer Stelle haben wir aber gar nicht die Chance, diese Menge abzutragen“, betonte Hudalla.

Wert übersteigt Fördersumme

Somit würde die Stadt einen Teil des Auezugangs refinanzieren. Dies ist aber nur möglich, wenn kein Fördergeld fließt. Da der Wert des Überschwemmungsraums die Fördergeldsumme übersteigt, stellte die Verwaltung dem Bauausschuss zur Diskussion, auf den Zuschuss zu verzichten. Dann hätte die Kommune auch mehr Handlungsspielraum, allein zeitlich.

Steege befürchtete, dass die Stadt der Volksbank als Investor den Retentionsraum irgendwann kostenfrei zur Verfügung stellen würde. Ihm waren die finanziellen Unwägbarkeiten zu groß. Stephan Lotz (parteilos) sagte, die Stadt habe keinen Zeitdruck und könne auch bis 2020 warten, um das Ganze ohne Fördergeld umzusetzen.

Der Ausschuss befürwortete den Verzicht auf das Fördergeld. Bevor die Arbeiten für den Auezugang in Auftrag gegeben werden, sollen die Fraktionen aber intern noch einmal über das Thema befinden.

Von Guido Scholl