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Rodenberg Entscheidung vertagt
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Entscheidung vertagt
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20:46 21.11.2018
Der TSV Algesdorf wünscht sich einen weiteren Platz für das Fußball-Training. Quelle: dpa
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Algesdorf/Rodenberg.

Gleich in der Einwohnerfragerunde zu Beginn der Sitzung ließen sowohl TSV-Mitglieder als auch Einwohner des Gebiets Auf der Kammer ihrem Unmut freien Lauf.

Dabei ging es für die Zuhörer mit einer Enttäuschung los. Der Tagesordnungspunkt, der die Änderung am Flächennutzungsplan für die mögliche Sportplatz-Fläche vorsah, wurde gestrichen. Der Grund: Auf Stadtebene sei noch keine Entscheidung getroffen worden, ob bei Algesdorf überhaupt ein neuer Fußballplatz angestrebt wird. Und ob möglicherweise nebenan auch noch ein zusätzliches Baugebiet ausgewiesen werden soll. Somit fehlte dem Rat eine Beschlussgrundlage.

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Infrastruktur muss auch wachsen dürfen

Jugendfußball-Leiter Thorsten Kruckenberg ärgerte sich über die erneute Verzögerung. Der TSV habe neun Nachwuchsmannschaften. Soll er diesen bald „Stopp“ sagen, wenn diese trainieren wollen? Er forderte, dass bei Überlegungen zu weiteren Baugebieten auch das Wachstum der Infrastruktur im Auge zu behalten ist. Die Vereine müssten für die Aufnahme neuer Mitglieder auch die nötigen Kapazitäten haben, um keine „closed shops“ zu werden.

Seine weiteren Äußerungen würgte Ausschussvorsitzender Börries von Hammerstein (CDU) ab. Somit beschränkte sich Kruckenberg auf die Frage, woran es liege, dass der Rat die nötigen Informationen nicht bekommen habe. Von Hammerstein erklärte, dies sei Sache der Stadt. Auf die Frage, wie es um die Erfolgsaussichten der Flächennutzungsplanänderung bestellt sei, antwortete die Verwaltung ausweichend. Es gehe dabei um Belange des Naturschutzes und um Lärm-Emissionen. Dies bewerte der Landkreis.

Anlieger lehnen Baugebiet ab

Simone Lattwesen meldete sich stellvertretend für mehrere Anlieger des in Rede stehenden Zielbereichs zu Wort und fragte, wie aktuell die Baugebietspläne seien. Die Antwort fiel wieder schwammig aus: Es gebe keine konkreten Pläne, aber irgendwann könnte ein solches Vorhaben aktuell werden. Lattwesen lehnte ein solches Baugebiet ab und forderte auch, dass die vorhandenen Sportplätze der Samtgemeinde ausgenutzt werden, ehe ein neuer gebaut wird.

Der zusätzliche Sportplatz ist ein Uralt-Thema. Bereits vor 15 Jahren hatte der TSV Algesdorf vergeblich um eine weitere Trainingsmöglichkeit gerungen. Vor rund zwei Jahren erfolgte eine neuerliche Initiative seitens des Vereins, der als einziger in der Samtgemeinde Rodenberg noch über eine eigenständige Jugendfußball-Abteilung und ebenfalls über Frauen- und Männermannschaften verfügt. Daher reicht der vorhandene Platz trotz eines kleinen Extra-Übungsbereichs nicht aus. Ein Ausweichen auf den Rodenberger Sportplatz wird abgelehnt.

Was tun mit rund 3 Hektar Fläche?

Ein Problem ist, dass der Zielbereich neben dem jetzigen Sportplatz im Landschaftsschutzgebiet liegt. Es dort herauszulösen ist möglich, hängt aber von einer Einschätzung des Landkreises ab. Offenbar hatte es in den vergangenen Monaten Bestrebungen gegeben, bei der Gelegenheit nicht nur die Voraussetzungen für einen Sportplatzbau, sondern auch für ein weiteres Neubaugebiet in der Nähe zu schaffen.

Dem Vernehmen nach will der Eigentümer die Fläche nur ganz oder gar nicht verkaufen. Und dann müsste eine Nutzung für rund drei Hektar gefunden werden – zusätzlich zur Sportplatzfläche. Bezahlen müsste den Bau die Stadt. Diese muss auch die Fläche kaufen, was aber ohne Änderung der Nutzungsbestimmungen keinen Sinn hat. gus