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Rodenberg Gegen die „Bundesstrafe“
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Gegen die „Bundesstrafe“
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00:18 21.01.2018
Einer Auflösung des Knotenpunktes B442/K53 kann die BI durchaus Positives abgewinnen.
Einer Auflösung des Knotenpunktes B442/K53 kann die BI durchaus Positives abgewinnen. Quelle: gus
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Rodenberg

Claudia Dargel, Renate Volk, Michael Volk, Carlo de Rooij, Jürgen Wulf, Claudia Rick, Martina Märtens und Uwe Märtens bilden die BI. Inhaltlich hält die Gruppe an den bekannten Argumentationslinien fest, die unter anderem während der Informationsveranstaltung in der IGS vor rund zwei Monaten gegen den 2+1-Ausbau gezogen wurden. „Genau genommen habe ich keine einzige positive Wortmeldung gehört“, erinnert sich Uwe Märtens. Einen Vorteil erwarte in Rodenberg wohl niemand, eher zusätzliche Belastungen.

Seit den ersten Planungen seien viele Jahre vergangen, es gebe neue Baugebiete. Auch zusätzliche Details seien bekannt geworden – so sei es kein Wunder, dass sich jetzt Protest erhebt, während vor gut zehn Jahren kaum jemand murrte. Wohl auch wegen der Kostenexplosion auf 40 Millionen Euro. Rick: „2007 wurde noch mit 20 Millionen Euro gerechnet.“

Für bessere Anbindung der B442

Wulf fehlt eine Kostenüberprüfung. Er fragt sich, was heute noch für einen so teuren Ausbau spricht, der kaum zu einer besseren Anbindung an den Wirtschaftsstandort Stadthagen führen dürfte? „Wir haben nichts dagegen, wenn sich hier etwas verbessert, aber die Menge an Steuergeld in Relation zum geringen Nutzen stimmt uns nachdenklich“, so Uwe Märtens. „Gebt lieber Geld dafür aus, dass die B442 besser an die B65 angebunden wird“, fordert Rick. Hinzu kommen erhebliche Einschnitte in die Natur und eine Zerteilung von Ackerflächen.

Zwar gäbe es nach dem Ausbau zwei Ampeln weniger im fraglichen Abschnitt, aber eine Signalanlage käme neu hinzu, und zudem würden Autofahrer auch an den beiden Kreiseln und an den Beschleunigungsstreifen des neuen Knotenpunktes Drei Steine abbremsen und Gas geben müssen. Somit ist kaum eine Reduzierung des Lärms zu erwarten.

Es handele sich wohl durchaus um eine Planung nach bestem Wissen und Gewissen, aber die Vorgaben mache der Bund und diese wirkten zum Teil schwer nachvollziehbar. Dies zeigt sich speziell an dem zusätzlichen Brückenbauwerk samt Ampel bei Algesdorf und an dem geplanten Brückenbauwerk zwischen Grover Grenze und Drei Steine.

Kernthema: Rückstau nach A2-Unfällen

Die Rückstau-Problematik bei Unfällen auf der Autobahn wird in den Ausbauplänen gar nicht berücksichtigt, wäre aus Rodenberger Sicht aber ein Kernthema. Manche Ideen findet die BI nicht schlecht – beispielsweise die direkte Anbindung der B442 an die B65. Bauzeichnerin Rick hat bereits Entwürfe für eine Alternative dazu angefertigt. „Vielleicht können wir etwas Einfluss nehmen auf die Umsetzung der Ausbaupläne“, sagt Uwe Märtens.

Weiterer Input aus der Bevölkerung ist durchaus erwünscht: Märtens ist per E-Mail an u.maertens@web.de erreichbar, Rick per E-Mail an claudia.rick@arcor.de. Die Gruppe wolle „die Menschen abholen“. Auf einer Internetseite sollen alle Informationen zur B65 zusammengetragen werden – innerhalb der nächsten Wochen soll die Seite an den Start gehen.

Im weiteren Verlauf ist geplant, eine Online-Petition auf den Weg zu bringen. Auch eine örtliche Unterschriftenaktion ist eine Option. Ziel ist es, ein Umdenken in der Bundespolitik zu erwirken. Unter Umständen folgt sogar ein Besuch in Berlin. gus