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Rodenberg Gehweg aus dem Tank
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Gehweg aus dem Tank
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10:00 24.08.2018
Drei Arbeiter verteilen die dunkle Masse auf dem Bürgersteig des Wiesenwegs. Quelle: gus
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RODENBERG

Das Unternehmen Kutter rückte mit einem speziell für Gehwege konstruierten Kleinverleger an. Diese Maschine steuerte der Fahrer im Zeitlupetempo über die Bürgersteige und ließ eine dunkle Masse darauf laufen. Diese besteht aus einem feinen Gesteinsgemisch, Zement, einer Bitumenemulsion und Wasser. In dem Moment, in dem sie aufgetragen wird, beträgt deren Temperatur nur 15 bis 18 Grad.

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Sobald das Wasser verdunstet war, härtete die Masse aus. Nach rund 30 Minuten konnte die neue Oberfläche bereits betreten werden. Nach weiteren 30 Minuten hätten auch Autos darauf fahren können.
Die Masse, die aus dem Tank des Kleinverlegers lief, war zunächst noch bräunlich. Drei Arbeiter verstrichen sie gleichmäßig auf dem alten Untergrund. Weil sie so dünnflüssig ist, verfüllte sie sämtliche Unebenheiten. Außerdem schloss die neue Deckschicht auch nahezu bündig mit den Bordsteinen ab.

Ab 35 Grad wird's kompliziert

Die Borde wurden ebenso wie die Gossen und die Grundstücksmauern mit Klebeband bedeckt. Denn es wurde reichlich überschüssige Masse in die Gossen abgezogen. Sobald der Durchgang mit dem Kleinverleger beendet war, wurde die bereits recht harte Oberfläche gewalzt. Anschließend folgten die Feinarbeit und das Entfernen des Klebebands. Dann musste noch eine Kehrmaschine etwas Schmutz entfernen – und fertig war der neue Gehweg mit dann pechschwarzer Oberfläche.

Der Gehweg hatte eine Sanierung dringend nötig.

Die Witterung in dieser Woche war noch unproblematisch für das DSK-Verfahren. Erst bei Temperaturen jenseits 35 Grad Celsius verdunstet das Wasser zu schnell, und die Masse ist schwerer zu verarbeiten. Bei Nässe funktioniert das Verkleben mit dem Untergrund nicht.

Kosten betragen 10.000 Euro

Kutter ist deutschlandweit tätig und auf das DSK-Verfahren spezialisiert. Nach Rodenberg war Sindelfingen der nächste Einsatzort. Auch Straßensanierungen mit DSK sind Gang und Gäbe. In Altenhagen II und Messenkamp war das Unternehmen im vergangenen Jahr tätig. Und auch die in Hülsede geplanten Oberflächen-Erneuerung wird Kutter erledigen.

Solche Sanierungen bringen Ruhe für mindestens zehn Jahre. Bei Bürgersteigen dürfte die Haltbarkeit noch deutlich länger ausfallen. Die Kosten für die Arbeiten in Rodenberg umfassen nach Angaben von Ralf Eckel, Mitarbeiter des Baufachbereichs, knapp 10.000 Euro. gus