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Rodenberg Noch leichte Nachwirkungen
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Noch leichte Nachwirkungen
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00:25 19.03.2018
Der Verein will sich nun auf weitere Verbesserungen auf der Museumsinsel konzentrieren.
Der Verein will sich nun auf weitere Verbesserungen auf der Museumsinsel konzentrieren. Quelle: gus
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Rodenberg

Die recht unübersichtliche Kassenführung wurde vereinfacht – aus fünf Konten wurde eines gemacht. Künftig soll nun auch ersichtlich sein, in welchem Fachbereich welche Kosten und Einnahmen anfallen, so Finanzfachvorstand Joachim Stürck. Kassenprüfer Heinrich Iglseder monierte indes, dass für manche geflossene Summen keine korrekte Rechnungsstellung vorlag. Iglseder sprach von „Abweichungen“.

„Das ist jetzt aber Geschichte“, sagte er. Günther Wehrhahn, der zweite Kassenprüfer, erklärte, dass der alte Vorstand für manche Arbeiten keine Angebote eingeholt sondern Aufträge offenbar freihändig vergeben hatte. Zumindest fehlten entsprechende Nachweise. Es war von Leistungen im Umfang mehrerer Tausend Euro die Rede. Diese Leistungen wurden aber erbracht und bezahlt.

"Beschämende Versammlung"

Eine kleine Zuhörergruppe stieß sich an Iglseders Ausführungen. Auf den im Oktober geschassten Vorstandsmitgliedern werde immer noch herumgehackt. Auch die damalige Versammlung sei beschämend gewesen. Als Iglseder sich gegen die Unterstellung unredlicher Arbeit wehrte, klatschten nahezu alle Versammlungsteilnehmer.

Der neue Vorstand hatte zu Beginn seiner Arbeit zudem einige Probleme gehabt, weil ein Computerabsturz zum Verlust von Daten geführt hatte – so zumindest die Begründung des Vorgängervorstands. Auch das Bearbeiten der Homepage war zwischenzeitig nicht möglich. Doch nach kurzer Einarbeitungszeit lief es rund für den Vorstand um Bettina Schwarz.

Der nächste Meilenstein soll der Anbau eines Toilettentrakts samt Garderobe und Aufenthaltsraum auf der Museumsinsel sein. Schwarz bezeichnete diese Investition der Stadt als wichtigen Schritt, um das Areal samt Heimatmuseum noch attraktiver zu machen. Die Stadt plant für das Vorhaben 200.000 Euro ein.

Ausstellung über Julius Rodenberg

Im Museum sind einige Dinge neu, wie Marlies Berndt-Büschen berichtete. Beim Internationalen Museumstag soll eine Teilausstellung über Julius Rodenberg der Öffentlichkeit präsentiert werden. Ebenfalls wurden die Beleuchtung verbessert und Stühle angeschafft. Berndt-Büschen, deren Arbeit Schwarz ausdrücklich lobte, wünscht sich nun noch einen Ausziehtisch. Wer so etwas anzubieten habe, könne gern auf sie zu kommen.

Weitere Optimierungen betrafen das Schließsystem, das die Verwaltung der Schlüssel vereinfacht, und die Alarmanlage, die ein schnelleres Anrücken der Feuerwehr ermöglicht. Berndt-Büschen, die den Fachbereich Museum leitet, berichtete ferner, dass derzeit 21 Personen den sonntäglichen Dienst in den Ausstellungsräumen leisten. 460 Arbeitsstunden pro Jahr kommen dabei zusammen.

Besuch aus Australien und den USA

Etwa 2500 Besucher kamen in 2017 – die weitesten Anreisen führten aus Australien und den USA ins Museum. Die für die dortigen Hochzeiten zuständige Kirsten Katurbe sagte, dass auch dieser Bereich auf einem guten Weg ist. Drei Trauungen gab es in 2018 bereits, und zehn weitere sind fest gebucht. Sechs Mitglieder hat dieser Fachbereich, je Hochzeit ist eines davon im Museum zugegen.

Der neue Vorstand wurde mit großer Mehrheit entlastet. Wegen des PC-Absturzes und der verlorenen Daten kamen zudem Bedenken in puncto Datenschutz aus, die nicht gänzlich ausgeräumt werden konnten. Von den Mitgliedern, die sich zuvor beschwert hatten, erhielt Schwarz am Ende der Versammlung Austrittserklärungen. gus