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Rodenberg Neubau auf Stockholm-Areal: Rodenberger wollen kein Hochhaus
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Neubau auf Stockholm-Areal: Rodenberger wollen kein Hochhaus
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17:45 10.04.2019
Eine Gruppe von Rodenbergern will eine zu hohe Bebauung auf dem Gelände des ehemaligen Hotels Stockholm verhindern. Quelle: göt
Rodenberg

Gegen die Pläne für das Stockholm-Gelände stellt sich eine Gruppe von Rodenbergern. Der Tenor: „Das Gebäude ist viel zu hoch.“ Zu einem ersten Treffen kamen rund 50 Anwohner. Dabei wurde das weitere Vorgehen für den geplanten Protest besprochen.

Deshalb sind die Anwohner mit ihrem Protest spät dran

Als Sprecher traten Frank Glensk und Jörn Gebhardt auf. „Wir waren überrascht, dass man uns ein mittleres Hochhaus vor die Grundstücke stellen will“, sagte Glensk. Und weiter: „Wir machen uns nun Gedanken, wie wir das verhindern können.“

Gebhardt räumte auf Nachfrage ein, dass sich die Protestler tatsächlich relativ spät zusammengefunden haben. Erstmals öffentlich vorgestellt worden waren die Stockholm-Pläne Ende 2017. Kürzlich endete außerdem die Öffentlichkeitsbeteiligung hinsichtlich der Bebauungsplanänderung.

Die Anwohner fühlen sich bei dem Vorhaben nicht mitgenommen. „Ich bin überrascht, dass die Stadt uns nicht informiert hat“, sagte einer der Anwesenden. Erst die öffentliche Bekanntmachung in der Zeitung habe die Anwohner wach gerüttelt.

Diese konkreten Pläne gibt es für das Stockholm-Areal

Das Hamburger Planungsbüro Klindtworth&Klindtworth will Seniorenwohnungen und WGs inklusive öffentlichem Restaurant und Saal bauen. Ferner ist eine Tagespflegestelle geplant. Im Bebauungsplan, der wie berichtet bis zum 26. März im Rathaus auslag, ist das Höchstmaß in der Mitte des Grundstücks mit 21,5 Meter festgelegt, die angrenzenden Teile des Komplexes werden niedriger angesetzt.

Doch damit sei noch nicht der Gipfel erreicht, kritisierten die Anwohner. Die festgelegten Höhen können dem Plan zufolge um maximal 2,50 Meter durch sogenannte untergeordnete Gebäudeteile wie Schornsteine überschritten werden. Um zu verdeutlichen, wie hoch der Neubau werden könnte, ließen die Anwohner mit Helium gefüllte Ballons 24 Meter in die Luft steigen.

Dieser Ballon, den die Anwohner bei ihrem Treffen steigen ließen, zeigt die mögliche Maximalhöhe des geplanten Neubaus.

Sorge: Hochhaus-Neubau könnte nur der Anfang sein

Einige Anwohner zeigten sich auch deshalb beunruhigt über die Bebauungsplanänderung, weil es möglicherweise „Tür und Tor öffnet“, für andere Vorhaben im Stadtzentrum. Bislang habe sich jeder – einschließlich der Gewerbetreibenden im Seefeld – an die ortsüblichen Gebäudehöhen halten müssen.

Vom Deister aus betrachtet gebe Rodenberg ein harmonisches Bild ab, befand Gebhardt. Er fürchtet, dass ein dermaßen großes Gebäude zum neuen und unfreiwilligen Wahrzeichen von Rodenberg werden könnte, weil es weithin sichtbar wäre.

Anwohner wollen Notfalls eine Bürgerinitiative gründen

Nun soll das Gespräch mit Vertretern der Gemeinde und der Politik gesucht werden. Sollte dies nicht helfen, sei auch die Gründung einer Bürgerinitiative und die Beantragung eines Bürgerentscheids denkbar, so Gebhardt.

Er betonte, dass an sich niemand etwas gegen das Ansinnen habe, die Stadt zu beleben und Arbeitsplätze zu schaffen. Bedenken haben die Anwohner allerdings abgesehen von der Größe auch mit Blick auf Licht- und Lärmemissionen sowie einer möglichen Absenkung des Grundwasserspiegels.

Demnächst will sich die Gruppe erneut treffen, um das konkrete Vorgehen festzuzurren und die Argumente auszuarbeiten. Auch dazu soll wieder per Einwurf im Briefkasten eingeladen werden. von Andrea Göttling