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Rodenberg Rodenberger Carsten Fricke wird in der Sendung „Verstehen Sie Spaß“ reingelegt
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Rodenberger Carsten Fricke wird in der Sendung „Verstehen Sie Spaß“ reingelegt
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20:01 09.10.2019
Carsten Fricke (links) kann es nicht glauben, als ihm Bauarbeiter plötzlich eine Bushaltestelle vor die Haustür stellen.  Quelle: Fotos: SWR/Kimmig Entertainment
Rodenberg

Stellen Sie sich vor, sie wachen morgens auf, gucken aus Ihrem Fenster und sehen auf einmal Bauarbeiter auf Ihrem Grundstück herumlaufen, die Sie jedoch nicht bestellt haben. So geschehen ist es Carsten Fricke aus Rodenberg. Doch das hatte einen guten Grund: Der Versicherungsvertreter wurde von den Machern der Fernsehsendung „Verstehen Sie Spaß?“ reingelegt.

„Gegen kurz vor 7 Uhr lief plötzlich ein Bauarbeiter über meine Terrasse und fragte mich nach Strom“, erinnert sich Fricke an den 20. September zurück. Die Szenerie: Es sollte eine Bushaltestelle direkt vor Frickes Haus in Rodenberg installiert werden. Und zur Krönung gab es auch noch ein Dixi-Klo dazu. Kurzerhand rückte also ein 40-Tonner mit einem Kran an und stellte das Bushäuschen in Frickes Vorgarten.

Auch Samtgemeindebürgermeister Hudalla spielt mit

„Zusammen mit der Sperrung der B 65 war das alles recht plausibel erklärt“, beschreibt Fricke die Situation. Dennoch wollte er das Ganze natürlich nicht wahrhaben und rief beim Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla an, um das Aufstellen des Bushäuschens noch zu verhindern. Was er nicht wusste: Auch Hudalla war Teil des Plans und saß beim Nachbarn in der Küche. „Um den Plan möglichst glaubwürdig aussehen zu lassen, brauchte es natürlich eine Authentisierungsperson“, erklärte der Verwaltungschef seine Rolle. Als er gefragt wurde, ob er mitspiele, habe er nicht lange gezögert. „Ich kenne Carsten Frickes Wesensart und wusste, dass man da keinen Schaden anrichten kann“, so Hudalla

Ich kam richtig auf Betriebstemperatur

Carsten Fricke , Kandidat in Fernsehshow "Verstehen Sie Spaß?"

Dennoch ist auch dem Samtgemeindebürgermeister aufgefallen, dass Fricke beinah die Hutschnur geplatzt wäre. „Ich kam richtig auf Betriebstemperatur“, gibt das Scherz-Opfer zu. Als dann auch noch der erste Fahrgast und der erste Bus vor seiner Haustür auftauchten, konnte sich der Versicherungsvertreter kaum noch zurückhalten. „Ich kam auf Defcon eins“, erinnert er sich selbst zurück. Der Ausdruck aus dem amerikanischen Militär, der einen Verteidigungszustand beschreibt, trifft optimal auf den Gemütszustand des Rodenbergers zu. Und dabei hat Hudalla seinen letzten Gag, den er noch in petto hatte, gar nicht mehr ausgespielt: „Hätte Carsten noch einmal angerufen, hätte ich ihm gesagt, dass ich ausgehandelt habe, dass das Bushäuschen und das Dixi-Klo in der Farbe seines Hauses gestrichen werden.“

Auf jedes Detail geachtet

Zwischendurch habe Fricke zwar darüber nachgedacht, ob er reingelegt wird, es sei aber auf jedes Detail geachtet worden. „In der Bushaltestelle hingen die richtigen Fahrpläne und auch meine Frau hatte eine Benachrichtigung mit den geänderten Fahrzeiten aus der Zeitung“, beschreibt Fricke die Situation. Dass seine Frau auch Teil des Plans und verkabelt war, bemerkte der Rodenberger natürlich nicht.

„Wenn ich die Sendung gesehen habe, habe ich immer gedacht: ‚So blöd kann man doch nicht sein, das muss man doch merken‘“, gibt Fricke zu. In Wirklichkeit habe man aber kaum eine Chance, der Sache auf den Grund zu gehen: „Ich wurde die ganze Zeit beschäftigt. Wenn man mal Zeit hatte nachzudenken, klingelte plötzlich das Handy.“

Ganz persönliche Rache von Pehlke

Doch wie ist es überhaupt dazu gekommen, dass Fricke plötzlich Teil der Fernsehsendung geworden ist? „Schuld“ daran ist Kathrin Pehlke. Sie hat den Rodenberger für die Show angemeldet – und das aus gutem Grund: „Er hat es einfach verdient“, so Pehlke. Die gute Freundin von Fricke sei schon mehrfach Opfer seiner Scherze geworden. „Wir nehmen uns nicht viel, aber er kann es einfach besser rüberbringen“, sagt sie. Daher habe sie sich Hilfe gesucht, für ihre „ganz persönliche Rache“. Dass ausgerechnet sie ausgewählt wurde, sei wie ein Lottogewinn gewesen. 

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Hat der Rodenberger denn nun daraus gelernt? Die klare Antwort ist: Nein. „Ich müsste mein ganzes Naturell ändern“, weiß Fricke. Er wird also weiter Freunde und Familie reinlegen. Eine konkrete Rache habe er aber zunächst nicht geplant, „auch wenn einige schon Angst haben“. Und auch Pehlke ist sich sicher: „Die Rache wird kommen, aber er weiß auch, dass er es nicht toppen kann.“

Freunde treffen sich zum Public Viewing

Wenn die Sendung am Samstag, 12. Oktober, ab 20.15 Uhr in der ARD zu sehen sein wird, wird Fricke übrigens mit seiner Ehefrau, Pehlke und weiteren Freunden live im Studio sitzen und den Kurzfilm zum ersten Mal sehen. Und auch seine Freunde, die meist unter seinen Späßen leiden müssen, freuen sich schon auf die Ausstrahlung. „Sie haben eine Art Public Viewing organisiert“, sagt Fricke. von Isabell Remmers

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