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Rodenberg Schelle aus Rodenberg
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Schelle aus Rodenberg
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12:56 11.03.2018
Der Martini-Markt in Rodenberg ist ein wahrer Publikumsmagnet.
Der Martini-Markt in Rodenberg ist ein wahrer Publikumsmagnet. Quelle: Archiv
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RODENBERG/NENNDORF

Der Grünen-Ratsherr Matthias Schellhaus veröffentlichte in der Facebook-Gruppe „Wir sind die Samtgemeinde Rodenberg“ eine Stellungnahme als Replik auf den betreffenden Bericht unserer Zeitung. „Wir Rodenberger können nichts dafür, dass junge Familien den Standort Rodenberg suchen“, kommentierte der Kommunalpolitiker Matthias‘ Anspielung auf die aktuelle Platznot in den Kitas. Die Bad Nenndorferin hatte allerdings lediglich von einer qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung in Nenndorf gesprochen.

Kita-Ausbau ein Aspekt

Ein offenes Geheimnis ist aber, dass die Samtgemeinde Nenndorf beim Kita-Ausbau etwas schneller ist, da im März bereits eine neue Kinderkrippe mit vier Gruppen den Betrieb aufnimmt. Außerdem soll der Bau eines Kindergartens mit ebenso vielen Gruppen in 2018 starten. Rodenberg hatte im vergangenen Jahr eine Krippe mit einer Gruppe in Hülsede eröffnet und will in diesem Jahr mit dem Bau zweier weiterer Krippen beginnen.

Noch steckt die Diskussion in den politischen Gremien aber ein wenig fest, und ein Datum für den Baubeginn gibt es auch nicht. Schellhaus stört der Seitenhieb aus Bad Nenndorf trotzdem. „Die Stadt Rodenberg hat vier Kindergärten, und unsere Kindergärtnerinnen sind hoch motiviert“, schreibt der Grünen-Politiker. Samtgemeindeweit ist eine gewisse Platznot aber nicht von der Hand zu weisen (wir berichteten).

Und auch die übrigen genannten Argumente, die illustrieren sollten, dass Bad Nenndorfs Infrastruktur besser ist als die Rodenbergs, lässt Schellhaus nicht unkommentiert stehen. „Sie haben eine Therme, wir haben ein Freibad, die IGS, das Bürgerschützenfest, die Herrenrunde und den ökumenischen Bügelkreis“, zählt er auf.

Fusion mit Nenndorf?

Ob sich Rodenberg daher zu einer Fusion mit Nenndorf bewegen lassen sollte, zieht er in Zweifel. Der Bad Nenndorfer CDU-Verbands-Chef, Wolfgang Kalesse, hatte beim Entenessen in Horsten Gespräche zwischen Rodenbergs und Bad Nenndorfs Christdemokraten vorgeschlagen, unter anderem um über die geplante Kommunalfusion zu reden, die die Samtgemeinden Nenndorf, Sachsenhagen und Lindhorst ohne Rodenberg vollziehen wollen.

Schellhaus erhält im Netz durchaus Zuspruch für seine Stellungnahme. So werden beispielsweise noch weitere Rodenberger Attraktionen wie der Martinimarkt hinzugefügt. Und ein User weist auf die gescheiterte Ansiedlung der Großdruckerei hin. Auch von erfolgreicher Vermarktung der Bad Nenndorfer Gewerbeflächen war bei der CDU-Veranstaltung gesprochen worden.

Ein Bad Nenndorfer kritisiert Schellhaus jedoch. Speziell hinsichtlich der Fusionen gehe es darum, „gemeinsame Stärken aufzeigen und darüber reden“, um Lösungen zu finden. gus

KOMMENTAR

Von Guido Scholl  

Selbstverständlich ist Bad Nenndorf nicht besser als Rodenberg. Genauso wenig ist Rodenberg besser als Bad Nenndorf. Es macht keinen Sinn, zwei Orte gegeneinander auszuspielen. Der eine sagt „IGS“, der andere antwortet „Gymnasium“. Auf „Martini-Markt“ lautet die Replik „Parkfestival“. Der Konter auf „Freibad“ dürfte mit einiger Sicherheit „Hallenbad“ sein, und wer „Süntelbuchenallee“ sagt, bekommt wohl „Museumsinsel“ zurück. Es handelt sich um zwei attraktive Kleinstädte, in denen es sich prima leben lässt, beide sind auf Wachstumskurs. Sinnvoller als ein Wettstreit darum, welche der beiden Kommunen „besser“ ist, wäre daher ein Besuch des jeweils anderen Ortes. Einfach ‘mal umschauen und die Vorzüge des Nachbarn kennenlernen.