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Rodenberg Schule am Deister weiht neue Schulwohnung in Rodenberg ein
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Schule am Deister weiht neue Schulwohnung in Rodenberg ein
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16:01 03.10.2019
Die Schüler zeigen den Vertretern der Schulbehörde und des Landkreises stolz die neue Wohnung.   Quelle: isa
Rodenberg

Wie koche ich? Wie putze ich richtig? Was kaufe ich wo ein? Diese Fragen aus dem Alltagsleben und noch viele mehr bekommt die Abschlussklasse der Förderschule Schule am Deister in Rodenberg in ihrem letzten Schuljahr beigebracht. Dazu findet der Unterricht nicht mehr wie gewohnt in den Klassenräumen statt, sondern in der extra dafür vorgesehenen Schulwohnung. Die Schüler können sich aktuell über eine ganz neue Wohnung freuen. Sie ist am Mittwoch feierlich eingeweiht worden.

Direkt gegenüber der Schule an der Langen Straße befindet sich die neue Schulwohnung. Auf rund 150 Quadratmetern, aufgeteilt auf acht Räume, sollen die Schüler dort auf ihren Alltag nach der Schule vorbereitet werden. „Solche Wohnungen sind wichtig, denn in ihnen findet ein Stück Leben statt. Schule ist nicht nur das, was in den Klassenräumen passiert“, erklärt Falk Beckhausen von der Landesschulbehörde Niedersachsen.

Auf Bedürfnisse angepasst

Die Wohnung ist auf die besonderen Bedürfnisse der Förderschüler angepasst. „Die Baufirma Richter ist auf all unsere Sonderwünsche eingegangen“, weiß auch Ralf Mahnert vom Amt für Schule, Sport und Kultur des Landkreises Schaumburg. Vor allem im Badezimmer mussten besondere Vorkehrungen getroffen werden. So ist das Waschbecken höhenverstellbar und in der Dusche wurde ein Duschstuhl angebracht. „An der Decke mussten zudem extra Schienen befestigt werden, damit Schüler im Rollstuhl mithilfe von Gurten auf die Waschliege gehoben werden können“, erklärt Mahnert.

Auch in der Küche gibt es einige Besonderheiten. So ist der Herd tiefer, damit auch Rollstuhlfahrer ohne Probleme beim Kochen mithelfen können. Der Backofen hat zudem eine Sicherheitsvorkehrung: Er geht aus, sobald er geöffnet wird, um vor Verbrennungen zu schützen.

Bessere Rahmenbedingungen als zuvor

Natürlich darf aber auch ein Klassenzimmer in der Wohnung nicht fehlen. Dieses ist mit einem Smartboard, einer digitalen Tafel, ausgestattet. Und in den Pausen können sich die Schüler im Wohnzimmer ausruhen. Etwa fünfmal im Schuljahr sind auch Übernachtungen der Schüler vorgesehen. Dafür gibt es in der Wohnung extra Schlafräume mit Stockbetten und Schränken.

Insgesamt hat der behindertengerechte Ausbau der Wohnung, 66 000 Euro gekostet, die der Landkreis bezahlt hat. „Die Rahmenbedingungen in der jetzigen Wohnungen sind deutlich besser, als zuvor“, betont Mahnert. Auch Schulleiter Andreas Oelke weiß, wie wichtig es war, eine neue Wohnung für die Schüler zu bekommen: „Zuvor fand der Unterricht der Abschlussklasse in der alten Hausmeisterwohnung statt. Aber die war alles andere als behindertengerecht eingerichtet.“ Umso mehr freue sich die Schule, dass sie jetzt eine Schulwohnung hat, die alle Bedürfnisse erfüllt. von Isabell Remmers

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