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Rodenberg Seniorenbeirat Rodenberg ist sich sicher: Buslinie 533 kaum zu retten
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Seniorenbeirat Rodenberg ist sich sicher: Buslinie 533 kaum zu retten
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15:24 11.09.2019
Die Buslinie 533 wird wohl in Kürze von den Fahrplänen verschwinden. Quelle: gus
Rodenberg/Nenndorf

Der Seniorenbeirat Rodenberg will zwar weiter für den Erhalt der Buslinie 533 kämpfen oder aber für ein Ersatzangebot. Dass die Verbindung der Gesellschaft Regiobus zwischen Empelde und Bad Nenndorf zumindest vorübergehend wegfällt, kann das Gremium aber auch nach eigener Überzeugung nicht mehr verhindern. Sehr zum Ärger der Mitglieder.

Die Anfragen der Samtgemeinde Rodenberg bei der Region Hannover, beim Landkreis Schaumburg und beim Landkreis Hameln-Pyrmont sowie des Seniorenbeirats beim Wirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen haben bislang eher ernüchternde Antworten ergeben. Ein Runder Tisch zu dem Thema mit allen drei Kreisen wurde zwar als möglich eingestuft. Doch wirklich weiter kam dieses Projekt noch nicht. Das Hauptproblem der Rodenberger ist, dass der Kreis Schaumburg für den ÖPNV verantwortlich ist, nicht etwa die Samtgemeinde.

Landkreis unterstützt Rettung nicht

Und der Landkreis steht nicht ausdrücklich hinter den Vorstößen zur Rettung der Buslinie 533. „Der Busverkehr ist im Schwerpunkt auf den Schülertransport ausgerichtet“, konstatierte Jörg Döpke, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung. „Ich kann mir vorstellen, dass der Landkreis Schaumburg gar kein Interesse hat, eine Buslinie in den Kreis Hameln-Pyrmont zu betreiben“, mutmaßte Wolfgang Marhenke.

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Döpke mochte diese Annahme nicht bestätigen. Ein solches ÖPNV-Angebot sei allerdings teuer und kompliziert. Die Regiobus als Betreiber argumentiert weiterhin mit den zu geringen Passagierzahlen auf der Linie 533. Das Anrufauto zu nutzen, um eine wegfallende Buslinie zu ersetzen, hielt Döpke für nicht realistisch. Dazu fehlten der Samtgemeinde die Mittel. Er bewertete die Stellungnahmen, die die Kommune in Sachen ÖPNV erhalten hat, kritisch. Darin werde für Rodenberg ein Bevölkerungsrückgang um zwölf Prozent erwartet. „Das sehen wir nicht so. Im Moment erleben wir das Gegenteil“, sagte Döpke.

Mehr Bewegung in der Debatte

Die Faktoren Klimaschutz und Mobilität in der Fläche würden in den Schreiben zu wenig berücksichtigt. In Orten wie Feggendorf, Hülsede oder Altenhagen II, wo werktäglich nur noch sechs Busse verkehren, müssten die Einwohner nach wie vor „auf Individualverkehr“ setzen. Sprich: auf Autos. Dennoch sagte Döpke, dass er von etwas mehr Bewegung in dieser Debatte in den kommenden Wochen ausgeht.

Der Seniorenbeiratsvorsitzende, Willi Gerland, ärgerte sich speziell über die Antwort des Ministeriums. Überall werde für mehr Mobilität und besseren ÖPNV geworben, aber in diesem konkreten Fall soll einfach eine Buslinie gestrichen werden. „Das sind alles Pfeifenköpfe“, schimpfte Gerland.

Seniorenbeiräte tun sich zusammen

Nun soll es zunächst einmal ein Treffen der Seniorenbeiräte Rodenberg und Nenndorf geben, um das weitere Vorgehen in der Sache zu besprechen. Das Nachbargremium hatte jüngst seine Unterstützung signalisiert. Mit einer gemeinsamen Strategie könne dann noch ein weiterer Versuch zum Erhalt der Buslinie gestartet werden.
Dass die 533 – wie von der Region Hannover geplant – im Dezember erst einmal eingestellt wird, gilt aber als so gut wie sicher. „Die Fahrpläne werden schon gedruckt“, sagte Marhenke. Von Guido Scholl