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Rodenberg „Showkampf“ bei der Bürgermeisterwahl
Schaumburg Rodenberg Rodenberg „Showkampf“ bei der Bürgermeisterwahl
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18:27 11.11.2011
Die neue Bürgermeisterriege der Stadt Rodenberg: Bürgermeister Ralf Sassmann und seine Stellvertreter Christel Oberheide und Erhard Steege.
Die neue Bürgermeisterriege der Stadt Rodenberg: Bürgermeister Ralf Sassmann und seine Stellvertreter Christel Oberheide und Erhard Steege.
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Rodenberg (bab). Die erste Sitzung im neuen Rodenberger Rat stand unter schlechten Vorzeichen. Dass die CDU sich auf Ralf Sassmann (WGR) als Bürgermeisterkandidat geeinigt hatte, konnte Altenburg nicht verkraften. „Es tut mir sehr weh, dass die eigene Fraktion mich nicht mehr will“, klagte er. Er hätte erwartet, dass die CDU sich für ihn einsetze, statt sich dem Vorschlag des kleineren Partners in der CDU-WGR-Gruppe anzuschließen. Üblicherweise müsse die Mehrheit der Gruppe den Kandidaten bestimmen. „Nur für Rodenberg gilt das anscheinend nicht. Hier wackelt der Schwanz mit dem Hund“, sagte er und verlies den Saal. Sein Mandat will er behalten.

Daraufhin griff Hans-Dieter Brand (SPD) den neuen CDU-Fraktionsvorsitzenden Erhard Steege heftig an. Altenburgs Abgang sei das „Ende eines Prozesses“ an dem Steege den Hauptanteil trage. Es sei beschämend „so mit einem verdienten Bürgermeister umzugehen“. „Eben wurde er noch gebraucht zum Stimmenfang, jetzt jagt man ihn vom Hof.“

Brand meint sogar, Interna zu kennen und behauptete, seit der Kommunalwahl habe niemand aus der CDU mit Altenburg gesprochen. Und orakelte, dass dies alles nur Steeges eigentlichem Ziel diene, die Nachfolge von Uwe Heilmann als Samtgemeindebürgermeister anzutreten. Da verlor Steege die Geduld. „Es ist unglaublich, was Sie hier abziehen“, warf er dazwischen.

Als Brand mit seiner Tirade fertig war, die Steege als überflüssigen „Showkampf“ bezeichnete, bekamen die rund 50 Zuhörer auch die andere Version zu hören. „Mit Ihrem Angebot an Günter Altenburg haben Sie die Eskalation doch erst hervorgerufen“, konterte der CDU-Sprecher. „Die SPD hat Günter Altenburg den Floh ins Ohr gesetzt, dass sie ihn zum Bürgermeister wählt, das hat das Ganze doch erst ausgelöst“, warf Steege Brand vor.

„Wir sind hier aus unserer Sicht ganz sauber“, wies Steege die Vorwürfe von sich. Er zog sich auch den Schuh nicht an, Altenburg in die Verhandlungen nicht eingebunden zu haben. „Das ist die Unwahrheit.“ „Nachweisbar“ sei mit ihm mehrfach gesprochen worden.

Brands flammender Eintritt für Altenburg hielt ihn hingegen nicht davon ab, selbst auf dessen Nachfolge zu schielen. Seine Fraktion schlug ihn zur Wahl vor. Trotzdem brauchte Ralf Sassmann nur einen Wahlgang um die nötigen zehn Stimmen zu bekommen

Sassmann gewinnt im ersten Wahlgang

In geheimer Wahl hat der Rodenberger Rat den Vorsitzenden der Wählergemeinschaft (WGR), Ralf Sassmann, zum neuen Bürgermeister gewählt. Mit zehn Stimmen gewann er die Abstimmung im ersten Wahlgang gegen Hans-Dieter Brand (SPD), der acht Stimmen bekam.
Die SPD stellte den Antrag, die Zahl der Stellvertreter auf einen zu reduzieren. Der Antrag fiel durch. Danach verzichtete die SPD darauf, sich um einen Vizeposten zu bewerben. Die SPD beantragte für die erst Wahl des stellvertretenden Bürgermeisters aber geheime Wahl. Dabei wurde Christel Oberheide mit zehn Ja-Stimmen bei vier Nein-Stimmen und vier ungültigen Voten gewählt. Als weiteren Stellvertreter schlug die CDU Erhard Steege vor, der in offener Abstimmung zehn Ja-Stimmen erhielt, sieben Nein-Stimmen kassierte und bei einer Enthaltung ebenfalls gewählt wurde.

Sassmann, dem der Start durch die Auseinandersetzung um Altenburg nicht einfach gemacht wurde, sagte, er wolle die Ratsmitglieder, die ihn nicht gewählt haben, noch überzeugen und in den kommenden fünf Jahren „für alle Ansprechpartner“ und „für alle da sein“.