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Rodenberg Sportplatz wohl vom Tisch
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Sportplatz wohl vom Tisch
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14:42 24.01.2019
Bleibt wahrscheinlich solo: Der Sportplatz des TSV Algesdorf. Quelle: gus
ALGESDORF/RODENBERG.

Ratsherr Stephan Lotz hatte einen Antrag gestellt, um eine Grundsatzbeschluss zum Thema zu erreichen. Seit einiger Zeit sei bekannt, dass der TSV Algesdorf einen zusätzlichen Sportplatz haben will. Aber sei vollkommen unklar, ob die Stadt politisch überhaupt dahinter steht, den Bereich neben dem vorhandenen Platz bebauen zu lassen – unabhängig davon, ob in Form eines Trainingsplatzes oder eines Baugebiets.

Ein Baugebiet neben den zusätzlichen Platz zu stellen, hatte die Verwaltung ins Spiel gebracht. Daher wollte der parteilose Ratsherr ein Votum in dieser Angelegenheit herbeiführen.

Hans-Dieter Brand (SPD) verwies auf die zuletzt noch fester gezurrten rechtlichen Grundlagen für Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Diesen Richtlinien habe die Samtgemeinde Rodenberg zugestimmt. Auch auf Kreisebene herrsche eine klare Meinung in dieser Sache. „Entweder haben wir einen Landschaftsschutz oder nicht. Da gibt es keine Beliebigkeit“, so Brand.

Spielte Verwaltung falsch?

Auch Ralf Sassmann (WGR) verwies auf die von Brand skizzierte Natura-2000-Richtlinie. Es könne nicht sein, dass möglicherweise auch andere Kommunen nach und nach Teile aus den Schutzgebieten herauslösen wollen.
Erhard Steege (Rodenberger Interessen, RI) leitete aus Brands und Sassmanns Worten ab, dass die Verwaltung seit Monaten ein falsches Spiel gespielt hat, da ein Herauslösen der Fläche aus dem Schutzgebiet wegen der Natura-2000-Richtlinie nicht mehr möglich sei.

Diese von Brand skizzierte Zwangsläufigkeit existiert allerdings nicht. Die Samtgemeinde könnte sehr wohl eine Herausnahme beantragen, doch entscheiden muss dies der Landkreis.

Dass die Kommune zu dem Kreistagsvotum im Vorfeld Stellung genommen haben soll, verwies Hudalla ins Reich der Fabel. Auch Baufachbereichsleiter Markus Jacobs konnte sich an keinen derartigen Vorgang erinnern. Brand konnte seine Ausführungen daraufhin nicht konkretisieren.

Applaus erntete Brand für den Vorschlag, die Vereine SG Rodenberg und TSV Algesdorf an einen Tisch zu bringen, möglicherweise gemeinsam mit einem Mediator. Dann solle über Lösungsmöglichkeiten beraten werden. In Algesdorf gibt es zu viele Mannschaften, während in Rodenberg Trainingskapazitäten frei sein sollen. Die Politik besitze in der Sache aber keine Handhabe.Steege forderte in dem Fall, dass dem TSV „vernünftige Trainingszeiten“ angeboten werden.

Lieber ganz neu bauen

Hudalla wiederholte seinen Vorschlag, ein ganz neues Sportareal inklusive Sportheim an einer Stelle zu errichten, wo weniger Interessen dagegen sprechen. Auch Anwohner des Gebiets Auf der Kammer wollen schließlich keinen weiteren Sportplatz neben ihren Grundstücken. Ein Neubau sei aber davon abhängig, ob ihm die Politik dafür 1,5 Millionen Euro dafür gewähre.

Der Ausschuss sprach sich am Ende einer längeren Detaildebatte ohne greifbare Ergebnisse geschlossen gegen das Beantragen einer Schutzstatus-Tilgung aus. Der Rat hat das letzte Wort. Bei der Jahresversammlung des TSV Algesdorf am morgigen Sonnabend (19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus) dürfte der Vorgang für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgen.

Nächster Antrag schon gestellt

Die Gruppe Rodenberger Interessen (RI) hatte eingangs der Sitzung ihren Antrag auf Kostenermittlung für eine Sportplatzbau zurückgezogen. Damit war dein Antrag zu dem Thema bereits zum vierten Mal binnen weniger Monate kurzfristig von einer Tagesordnung eines politischen Gremiums genommen worden.

Nach Informationen dieser Zeitung hat der TSV Algesdorf bereits einen neuen Antrag auf einen Trainingsplatz gestellt. Dieser soll auf der anderen Seite der Zufahrt zum Sportgelände entstehen. Doch auch dieses Areal liegt im Landschaftsschutzgebiet. Der einzige Vorteil zur bisherigen Zielfläche wäre, dass es wohl keinen Anwohnerprotest geben würde. gus