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Rodenberg Stockholm-Nachnutzung: Fortschritt im Verborgenen
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Stockholm-Nachnutzung: Fortschritt im Verborgenen
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14:03 19.03.2019
Rodenberg

Um das Projekt zur Stockholm-Nachnutzung ist es zwar zuletzt still geworden. Doch das bedeutet weder, dass sich die Pläne für das ehemalige Gasthaus geändert haben, noch dass der Investor aus Hamburg abgesprungen ist.

Beobachter hatten gegenüber dieser Zeitung die Befürchtung formuliert, dass die seit einiger Zeit doch eher unansehnliche Brache noch eine ganze Zeit in ihrem jetzigen Erscheinungsbild verharrt. Immerhin ist mit dem Bauvorhaben, dass das Hamburger Planungsbüro Klindtworth& Klindtworth einst präsentierte, auch die Schaffung eines öffentlichen Saales mit 200 Plätzen verbunden.

Eindruck des Stillstands ist grundverkehrt

Seit der öffentlichen Vorstellung im November 2017 sind nun zwar eineinhalb Jahre verstrichen. Am Stockholm tat sich in dieser Zeitspanne aber – abgesehen von gelegentlichen Feuerwehr-Übungen und dem Inventar-Verkauf (wir berichteten) – nichts.

Dies ist nach Worten von Stadtdirektor Georg Hudalla aber nicht ungewöhnlich. „Das dauert etwas länger, aber es geht ja auch um eine größere Nummer“, sagte Hudalla auf Anfrage dieser Zeitung. Doch der Eindruck des Stillstands ist grundverkehrt. So sind erst vor gut einer Woche Pläne öffentlich ausgelegt worden. Dies ist Hudalla zufolge Teil der regulären Bürgerbeteiligung bei Bebauungsplan-Änderungen.

Nicht auf Tauchstation

Bis zum 26. März können Interessierte die Unterlagen noch im Rathaus einsehen. Wer möchte, kann dazu Stellung beziehen. Bei der öffentlichen Präsentation hatte es Bedenken von Bürgern unter anderem wegen der voraussichtlichen Gebäudehöhe und der Parkplatzsituation gegeben. Einwände von Bürgern werden im weiteren Prozess abgewägt.

„Wir schaffen Baurecht“, erklärte Hudalla. Der Bebauungsplan soll festlegen, in welchem Rahmen der Investor seine Detailplanung halten muss. Auf Tauchstation gegangen ist das Hamburger Büro ebenfalls nicht. Es bestehe Kontakt in regelmäßigen Abständen. „Der Investor war gerade erst hier, wir hatten einen guten Austausch“, versicherte Hudalla.

Das Büro Klindtworth& Klindworth muss indes selbst ein Zeitfenster einhalten. Sobald der Bebauungsplan rechtsgültig ist, muss das Unternehmen bis zum 30. April 2020 entscheiden, ob es mit den Vorgaben einverstanden ist. Sollte dies der Fall sein, ist eine Baugenehmigung einzuholen und bis Ende 2020 mit dem Bau zu beginnen.

Hamburger Modell vorgezogen

Sonst kann die Stadt das Grundstück zurückfordern und es notfalls anderen Investoren anbieten. Der DRK-Kreisverband hatte im vergangenen Frühjahr Interesse angemeldet, ein ähnliches Projekt wie jenes von Klindtworth&Klindtworth auf dem Areal zu realisieren. Der Verwaltungsausschuss zog das Hamburger Modell aber vor, weil dabei Klarheit herrschte, wie das Vorhaben finanziert werden soll.

Klindtworth&Klindtworth will Seniorenwohnungen und WGs inklusive öffentlichem Restaurant und Saal bauen. Ferner ist eine Tagespflegestelle geplant. Auf dieses Angebot wollte das DRK verzichten. Schließlich wurde gerade erst eine DRK-Tagespflege im Gebiet Seefeld gebaut. Das Rote Kreuz möchte allerdings auch in Bad Nenndorf eine solche Einrichtung installieren – der Bedarf auf diesem Sektor steigt stetig an.

gus