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Rodenberg Was lange blüht, wird endlich gut
Schaumburg Rodenberg Rodenberg Was lange blüht, wird endlich gut
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15:02 04.05.2017
Sebastian Klein (links) und Christian Dreyer freuen sich schon auf den Honig. Quelle: göt
Rodenberg

Seit etwa fünf Jahren hat Klein Bienenvölker, und ebenso lange steht ein Teil davon auf dem Hof Dreyer an der Domäne.
Klein wollte wieder mehr Leben in die Rodenberger Natur bringen, erklärt er. „Viele Leute erzählten mir, dass in ihrem Garten gar nichts mehr summt.“ Der Honig sei dabei nur ein angenehmer Nebeneffekt. Knapp 200 Kilogramm kann er pro Jahr ernten. Doch Imker haben es in der heutigen Zeit gar nicht mehr so leicht.
„Urban Beekeeping“, die Haltung von Bienen in der Großstadt, ist in den vergangenen Jahren zu einem großen Thema geworden. Die Bienen fühlen sich wohl in der Stadt. Oft kritisiert wurde das Umland, das den Bienen durch Monokulturen nicht genug Vielfalt böte.

Ausgezeichnetes Umfeld

Doch Rodenberg – und im Grunde der ganze Landkreis Schaumburg – bietet den Bienen ein ausgezeichnetes Umfeld, ist Dreyer überzeugt. Der Anbau hier ist nicht von einer Frucht dominiert. Vielmehr findet man viele kleine, zergliederte Einzelflächen auf denen verschiedene Früchte angebaut werden. Die Vielfalt garantiert den Bienen genug Nektar im Laufe von Frühjahr bis Sommer – schließlich blühen nicht alle Pflanzen gleichzeitig. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Blumen es gibt und je länger diese blühen, umso mehr Nektar können die Bienen sammeln, und umso mehr Honig fällt für den Imker ab.

Große Blütenvielfalt

„Während der Frühtracht können die Bienen auf eine große Vielfalt von Blüten auf dem Land zurückgreifen“, erklärt Klein. Im Sommer sei das Pollenangebot auf dem Land aber geringer. In dieser Zeit finden die Bienen in der Stadt zahlreiche Bäume, beispielsweise die Linde, aber auch blühende Hecken. Auf dem Land blühen währenddessen weniger Pflanzen, die den Bienen Nektar liefern. Aktuell habe das Urbane einen weiteren Vorteil für die Bienen, erklärt Klein: Es ist weniger windig und ein paar Grad wärmer.
Seit einigen Jahren legt Dreyer am Rande seiner Felder Blühstreifen für die Insekten an. Genau wie die anderen Landwirte der Umgebung geht er bewusst mit den Bienen um, erzählt Dreyer. So passt er beispielsweise die Arbeitszeiten auf dem Rapsfeld dem Bienenflug an. Geht die Sonne unter, fliegen die Bienen nicht mehr. „Wir arbeiten dann eben nachts“, sagt der Landwirt. göt