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Samtgemeinde Rodenberg Anrufauto halbiert
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Anrufauto halbiert
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00:25 03.03.2018
Das Unternehmen Funktaxen Schaller steht laut Verwaltung nicht mehr für Anrufauto-Fahrten zur Verfügung. Quelle: gus
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RODENBERG/NENNDORF

Der zweite Kooperationspartner bei diesem Projekt, Funktaxen Schaller, steht vor dem Aus. Ein vorläufiges Insolvenzverfahren läuft derzeit. Daher will die Kommune auf Nummer sicher gehen.

Vor diesem Hintergrund möchte die Samtgemeinde Rodenberg vorerst keine bezuschussten Fahrten mit Schaller-Taxen anbieten, wie der zuständige Fachbereichsleiter, Jörg Döpke, erklärte. Eine „gewisse Zuverlässigkeit“ müsse gegeben sein. Schließlich werden die Fahrten auch zu Zielen weit außerhalb der Samtgemeinde mit öffentlichem Geld bezuschusst.

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Zuschussbedarf gestiegen

Das Anrufauto-Modell, dass in den vergangenen Jahren immer beliebter geworden war, sieht vor, dass die Nutzer einen festen Preis für eine Taxifahrt – bislang mit Kühl oder Schaller – zahlen, und die Samtgemeinde Rodenberg den Rest der tatsächlichen Kosten begleicht. Wegen der zunehmenden Menge der Fahrten stieg der Zuschussbedarf immer weiter an.

Mit einem Budget von 10 000 Euro war das Projekt gestartet. Im Jahr 2012 beliefen sich die kommunalen Kosten bereits auf fast 34 000 Euro. Zuletzt waren daraus 70 000 Euro geworden. In den ersten Jahren hatten die Bürger die Auswahl zwischen Taxi Thienel und Taxi Kühl. Funktaxen Schaller übernahm im Sommer 2012 dann aber die Konzession von Thienel. Fortan bot die Samtgemeinde auch Anrufauto-Touren mit dem in Wunstorf ansässigen Unternehmen an. Eine Dependance hat Schaller in Bad Nenndorf.

Taxibetrieb überrascht

Dessen Geschäftsführer, Oliver Bertram, zeigte sich überrascht angesichts des Schritts, den die Samtgemeinde nun vollzieht. Vor allem die kurze Frist ließ ihn stutzen. Abgesprochen war das Ganze also nicht. Bertram zufolge war eine schriftliche Vertragskündigung bis Mittwoch bei ihm nicht eingegangen. Mehr konnte er allerdings nicht sagen und verwies auf die hannoversche Kanzlei Eckert, die mit dem vorläufigen Insolvenzverfahren betraut ist.

Die Samtgemeinde Rodenberg schickt das Anrufauto nun vorerst nur einspurig auf die Reise. „Ich hoffe, die Kapazitäten von Taxi Kühl reichen aus“, sagte Döpke. Wie es weiter geht, werde das Verfahren zeigen. Wieder einen zweiten Konzessionsnehmer ins Boot zu holen, sei durchaus denkbar. gus