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Samtgemeinde Rodenberg Beratungsstelle informiert Politiker
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Beratungsstelle informiert Politiker
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12:28 28.04.2019
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Samtgemeinde Rodenberg

Basta hat im Ausschuss für Jugend, Kindergarten, Sport- und Kultur Rede und Antwort gestanden. Anlass war eine Bitte von Politikern bei der jüngsten Beratung über die Vergabe von Zuschüssen der Samtgemeinde. Wenn Basta Geld bekomme, solle auch erläutert werden, wofür es verwendet wird.

Es handelt sich um eine in Stadthagen angesiedelte Fachberatungsstelle in Fällen sexueller Gewalt und sexuellen Missbrauchs. Auch häuslicher Gewalt ausgesetzten Frauen und Mädchen wird dort geholfen. Unterstützung gibt es ferner bei Depressionen, Ängsten und Angststörungen.

Sabine Schaedel ist seit drei Jahren bei Basta und widmet sich dem Schwerpunkt Prävention und Fortbildung für Fachkräfte. Sie sei mit ihrer Familie aus einer Stadt in den Landkreis Schaumburg gezogen, damit die beiden Kinder möglichst behütet aufwachsen können, wie sie erklärte. Diese Vorstellung sei aber zu romantisch gewesen.

„Mich hat es schockiert, wie präsent sexuelle Gewalt hier ist“, gestand Schaedel ein. Daher habe sie sich zur Mitarbeit bei Basta, das aus dem einstigen Frauenhaus entstanden war, entschlossen. In Schaedels Themengebiet spielt auch das Phänomen Selbstverletzung eine Rolle. Oft steckten Fälle von sexuellen Übergriffen dahinter.

Gewalt in Teenager-Beziehungen nimmt zu

Die Hilfesuchenden Frauen seien meist zwischen 30 und 50 Jahre alt. Mädchen, die sich an Basta wenden oder die dorthin verwiesen werden, sind in der Mehrzahl um 16 Jahre alt. In der jüngeren Vergangenheit häufte sich die Zahl an Gewalttaten in Teenager-Beziehungen. Grundsätzlich kümmere sich die Einrichtung um weibliche Klienten.

In Ausnahmefällen werden auch Väter von betroffenen Mädchen beraten. Sexuellen Übergriffen ausgesetzte Jungen werden in aller Regel an spezialisierte Stellen in Minden und Hannover vermittelt.

Die 4000 Euro, die Basta sich von der Samtgemeinde erbeten hatte, wurden vom Ausschuss bereits im Zuge der Haushaltsberatungen bewilligt. Die Summe entspricht gerundet einer Pauschale von 27 Cent pro Einwohner. Etwa 35 Zuschussanträge formuliert die Basta-Leitung jedes Jahr, um Geld einzuwerben, wie Traumatherapeutin Birgit Baron erklärte.

Nicht nur für die Summe sei sie der Samtgemeinde dankbar, auch für die Erleichterung, die ihr die Kommune verschafft. Denn andernorts müsse Basta jede Mitgliedsgemeinde einzeln anschreiben. Die Politiker waren sich am Ende einig, dass die 4000 Euro gut investiertes Geld sind. gus