Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Samtgemeinde Rodenberg CDU-Amtsverband: Zukunft ist komplett offen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg CDU-Amtsverband: Zukunft ist komplett offen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:16 28.11.2018
Wer sind die neuen Führungspersonen beim CDU-Amtsverband Rodenberg? Bisher ist dies noch völlig offen. Quelle: Symbolfoto, dpa
Samtgemeinde Rodenberg

Vor wenigen Wochen waren die Vorstandsmitglieder um Amtsverbands-Chefin Nicole Bruns – abgesehen von Schriftführerin Erika Müller-Strecker – von ihren Posten zurückgetreten. Der Vorgang kam insofern überraschend, da Bruns die Leitung der Gruppe erst im April 2017 per Kampfabstimmung von der mittlerweile aus der CDU ausgetretenen damaligen Amtsinhaberin Patricia Kasper übernommen hatte. In der Folge kam es vor allem wegen eines schwelenden Rechtsstreits zwischen Bruns und dem Hülseder Christdemokraten Dirk Tetzlaff zu einem Riss. Dieser führte schließlich zum CDU-Austritt einer kleinen Gruppe von Lokalpolitikern um Kasper.

Situation angenehmer als bei Machtkampf vor zwei Jahren

Drewes zeigt Verständnis zumindest für BrunsRückzug. Denn die Lauenauerin arbeite mittlerweile nicht mehr nur für den Bundestagsabgeordneten Maik Beermann sondern habe einen Posten in der CDU-Kreisgeschäftsstelle angetreten. „In der Position kommt man als Verbandsvorstand schnell in einen Interessenskonflikt“, erklärt Drewes. Daher sei die Kreis-CDU einverstanden mit Bruns‘ Schritt.

Dennoch hinterlässt der Zeitraum des Kollektiv-Rücktritts Fragezeichen. Drewes weist darauf hin, dass im April ohnehin ein neuer Vorstand hätte gewählt werden müssen. Auch ihm wäre es lieber gewesen, die alte Führung wäre bis dahin im Amt geblieben. Aber die Entscheidungen seien so zu akzeptieren. „Bei mir ist die Botschaft angekommen: Wir wollen nicht mehr“, so Drewes. Die Situation sei in jedem Fall erheblich angenehmer als vor rund zwei Jahren, als eine Art Machtkampf im Amtsverband tobte.

Neuwahlen könnten im Februar kommen

Drewes will nun im Januar Vorstandsmitglieder aus allen Rodenberger Ortsvereinen zusammentrommeln. Diese sollen dann möglichst jeder einen Kandidaten für einen der zu besetzenden Posten – ein Vorsitzender, zwei Stellvertreter und ein Kassenwart – benennen. Im Februar hofft Drewes, zur Neuwahl einladen zu können. Bis dahin führt faktisch der Kreisvorstand den Amtsverband. „Ich bin Optimist“, ergänzt Drewes. Er habe bereits von einigen Mitgliedern signalisiert bekommen, dass sie bereit sind, ein Amt zu übernehmen. Die Kandidaten gehen der CDU also nicht aus.

Nach Informationen dieser Zeitung gibt es bei manchen Rodenberger Christdemokraten mittlerweile sogar Zweifel an der Notwendigkeit des Amtsverbands. Die eigentliche Arbeit werde in den Ortsvereinen geleistet. Dies belegen die regelmäßige Veranstaltungsreihe Politik-Treff in Lauenau, Traditionsveranstaltungen wie das Grünkohlessen in Rodenberg und die Organisation der Wahlkämpfe.

Die Bezeichnung Amtsverband ist ohnehin irreführend, orientiert sie sich doch am früheren Gerichtssitz, der sich in der Stadt Rodenberg befand. Dessen Zuständigkeitsgebiet erstreckte sich aber bis nach Hohnhorst. Daher trägt der Ort Rehren in jener Gemeinde den Zusatz „Amt Rodenberg“ (A.R.). Das zweite Schaumburger Rehren befand sich einst im Bezirk „Amt Obernkirchen“ (A/O). Der CDU-Amtsverband ist aber eigentlich der Samtgemeindeverband Rodenberg.

von Guido Scholl