Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Samtgemeinde Rodenberg Das Anrufauto wird teurer - und ist deshalb wohl fit für die Zukunft
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Das Anrufauto wird teurer - und ist deshalb wohl fit für die Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
00:22 07.06.2019
Die Preise für Taxifahrten nach dem Anrufauto-Modell sollen steigen. Quelle: gus
SAMTGEMEINDE RODENBERG

Die Anhebung der Kosten für das Anrufauto hat der Seniorenbeirat weitgehend gebilligt. Es sei ratsam, nicht dagegen anzugehen, weil sonst irgendwann das Einstampfen des Transportmodells drohen könnte. Schließlich seien die Taxi-Tarife ebenfalls erhöht worden. Und die Samtgemeinde muss ihrerseits zusehen, dass die Zuschüsse fürs Anrufauto nicht ausufern. Daher sollen die Nutzer nun mehr bezahlen.

Die Fahrgäste innerhalb der Samtgemeinde tragen fortan fünf anstelle von vier Euro der Kosten. Auch der Samtgemeinde-Zuschuss steigt um einen Euro, weil das Unternehmen Kühl wegen der neuen Taxi-Tarife für die Fahrten fortan zwölf statt zehn Euro bekommt. Für Fahrten nach Bad Nenndorf sollen künftig elf statt sieben Euro gezahlt werden, der Zuschuss der Kommune soll von 11,50 auf elf Euro sinken.

Lange Fahrten deutlich teurer

Fahrgäste, die zu weiter entfernten Zielen gelangen wollen, müssen indes deutlich tiefer in die Taschen greifen. Touren nach Bad Münder und Stadthagen kosten bald 17,50 statt zehn Euro. Der Samtgemeinde-Anteil sinkt von 19,50 auf 17,50 Euro. Touren nach Wunstorf verteuern sich für die Bürger um 15 auf 25 Euro, während die Samtgemeinde ihren Teil um 6,50 auf 25 Euro senkt. Fahrten nach Hameln kosten die Passagiere nun 43 statt 15 Euro. Die Samtgemeinde schießt 43 statt bisher 56,90 Euro zu.

Neues Fahrtziel soll auf Wunsch des Seniorenbeirats Gehrden sein. Eine Fahrt dorthin soll 31 Euro kosten, derselbe Anteil entfällt auf die Kommune. Damit erreicht die Samtgemeinde bei den langen Touren eine Quote von 50 Prozent, sprich: Fahrgäste und Kommune teilen sich die Kosten.

Politik soll Tarife bald verabschieden

Der Ausschuss für Wirtschaft und Fremdenverkehr hatte diese Tarife im März bereits abgenickt. Der nicht öffentliche Samtgemeindeausschuss soll dem Zahlenwerk bald zustimmen. Danach stünde einem Beschluss durch den Samtgemeinderat nichts mehr im Wege.

Und so wäre der Debatte um das Anrufauto wohl erst einmal die Luft genommen. Denn die jahrelang steigenden Kosten auf bis zu 70.000 Euro per anno für die Samtgemeinde hatten bei Politikern die Alarmglocken schrillen lassen. Kritik war zudem aufgekommen, als bekannt wurde, dass ein früherer Taxiunternehmer irreguläre Fahrten mit der Samtgemeinde abgerechnet hatte. Nach dessen Insolvenz hatte das Ausbleiben dieser Touren bereits zu einer Senkung der Kosten im Jahr 2018 geführt.

Nichts Neues zur Linie 533

Die Busse der Linie 533 sollen weiter rollen.

Zum Thema Erhalt der Buslinie 533 gibt es noch nicht viel Neues. Aus einem Schreiben der Samtgemeinde an den Vorsitzenden des Seniorenbeirats, Willi Gerland, geht hervor, dass der Landkreis Schaumburg wenig Interesse hat, sich in diesen Prozess einzuschalten.

Ziel ist es, eine Aufwertung der Buslinie von Empelde bis Bad Nenndorf zu erreichen. Mit zusätzlichen ÖPNV-Angeboten wäre es denkbar, eine Verbindung bis nach Bad Münder herzustellen. Dann könnten deutlich mehr Fahrgäste in die 533-Busse steigen.

von Guido Scholl