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Samtgemeinde Rodenberg Dem Lärm auf der Spur
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Dem Lärm auf der Spur
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16:57 18.06.2018
A2, B65, B442 – die Hauptverkehrsstraßen durch die Samtgemeinde werden täglich von Tausenden Fahrzeugen befahren.
A2, B65, B442 – die Hauptverkehrsstraßen durch die Samtgemeinde werden täglich von Tausenden Fahrzeugen befahren. Quelle: tro
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Rodenberg

Über die Verkehrsbelastung in der Samtgemeinde hat deren Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Allerdings gebe es dabei nur in den beiden erstgenannten Bereichen tatsächlich jeweils rund 100 betroffene Bürger, die mit Lärmpegeln zwischen 55 und 60 Dezibel belastet werden – die Zahlen werden auf volle Hundert auf- oder abgerundet.

Dieser Bewertung liegen geschätzte Daten des zuständigen Gewerbeaufsichtsamts Hildesheim zugrunde. Wie Jacobs berichtete, befahren die Autobahn 2 demnach tagsüber 85.300 und nachts 19.200 Fahrzeuge. Auf der B65 sind es 18.400 beziehungsweise 1000, auf der B442 im Bereich Messenkamp 7100 und 900 sowie auf der B442 zwischen Rodenberg und Lauenau 6600 und 400.

Die Ratsmitglieder zweifelten vor allem für die Zahlen für den Bereich Messenkamp an. „Die Gemeinde ist von der B442 durchschnitten, welche auf einem Damm liegt. Das muss entsprechend berücksichtigt werden. Ich kann mir vorstellen, dass die Werte da überschritten werden“, sagte Jürgen Wilkening (WGSR). Aus eigener Erfahrung vermutete ebenfalls Marion Passuth (SPD) dort eine höhere Belastung.

Stärkere Wahrnehmung in der Nacht

Hans-Dieter Brand (SPD) ging auch bei der A2 von höheren Zahlen und damit auch von einer höheren Lärmbelastung als geschätzt aus. „Das subjektive Empfinden ist dabei ohnehin nochmal ein ganz anderes“, sagte er. So werde die Lautstärke zum Beispiel nachts stärker wahrgenommen, weil es weniger Umgebungsgeräusche gebe.

„Die A2 hat schon einen der höchsten Werte, die es überhaupt in Niedersachsen gibt“, sagte Jacobs. Um die Zahlen zu widerlegen, müsse man selbst eine Zählung vornehmen. Zudem soll die Öffentlichkeit beteiligt werden, um möglicherweise weitere Lärmquellen aufzudecken – zum Beispiel die Kreisstraße 61 und die B442 bei Messenkamp (wir berichteten).

Aufstellung der Pläne bis November

Die Pflicht zum Aufstellen des Lärmaktionsplans ergebe sich aus der EU-Umgebungslärmrichtlinie, erklärte Jacobs. „Alle Gemeinden, die bestimmte Verkehrsmengen auf ihren Hauptverkehrsstraßen haben, müssen dies tun.“ Das Land Niedersachsen sei bisher allerdings davon ausgegangen, die Pläne seien nur zur Bewältigung von Lärmproblemen notwendig. Darum lägen die Daten zur Lärmkartierung erst seit April vor. Die Pläne müssten nun bis zum 15. November aufgestellt werden.

„Im Grunde ist das nun ein Formalismus, ohne dass man wirklich etwas ändern kann“, so Jacobs weiter. Die Schwellenwerte für einen aktiven Lärmschutz seien nicht erreicht. Da viele Gemeinden mit den Plänen in Verzug seien, laufe gegen Deutschland derzeit aber ein Vertragsverletzungsverfahren der EU, das so möglicherweise abgewendet werden könne. tro