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Samtgemeinde Rodenberg Der Kampf um die Rettung von Linie 533 dauert an
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Der Kampf um die Rettung von Linie 533 dauert an
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14:04 03.04.2019
Die Linie 533 soll weiter mindetsens bis Bantorf, idealerweise bis Lauenau, touren. Quelle: gus
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SAMTGEMEINDE RODENBERG

Grundlage des jetzigen Vorstoßes ist eine Unterschriftensammlung des Beirats, die deutlich mehr als 200 Unterstützer für den Fortbestand der 533 von Empelde nach Bad Nenndorf ergeben hatte. Doch das simple Konservieren des Status quo haben die Interessenvertreter der älteren Bürger und auch die Verwaltung nicht im Sinn.

Es kursieren mehrere Denkansätze, beispielsweise ein Verbinden der Regiobus-Linie 533 mit der Linie 10 des Kreises Hameln-Pyrmont. Letztgenannte führt von Hameln bis Eimbeckhausen.

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Linie 10 bis Schmarrie verlängern

Die 533 könnte fortan in Rodenberg enden, wo der Bus jetzt bereits wendet, aber keine Fahrgäste aufnimmt oder aussteigen lässt. Linie 10 könnte nach Schmarrie verlängert werden – früher hielt dieser Bus dort ohnehin einmal pro Werktag.

Um den Lückenschluss von Rodenberg nach Schmarrie, wo 2018 eine Buswendeschleife eröffnet worden war, würde sich die Samtgemeinde gern in Kooperation mit dem Kreis Schaumburg kümmern. Dem Seniorenbeirat wäre sogar eine Verlängerung der 533 bis zum Lauenauer ZOB am liebsten.

Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla hat in seinen zahlreichen Telefonaten mit der Regiobus in dieser Sache das Argument gehört, dass lange Linien wie jene von Empelde nach Bad Nenndorf generell einen schweren Stand haben.

Umsteigen in Bantorf?

Seine Idee lautet daher: Diese Route – oder eine ganz neue – zumindest bis zum Bahnhof Bantorf rollen zu lassen. Dann könnte von dort aus ein ÖPNV-Angebot aus der Samtgemeinde Rodenberg die Fahrgäste aufnehmen beziehungsweise sie dort abliefern. Beiratsvorsitzender Willi Gerland könnte sich vorstellen, dass die Buslinie von Empelde nach Bantorf auch das Krankenhaus Gehrden ansteuert.

Hudalla bemängelt, dass selbst Bantorf und Barsinghausen, wo viele größere und kleine Arbeitgeber ansässig sind, aus Richtung Rodenberg per ÖPNV kaum zu erreichen sind. Maximal mit sporadischen Buslinien zum Bad Nenndorfer Bahnhof, von wo es per S-Bahn weitergeht. „Auch bei uns haben sich Arbeitsstätten entwickelt, und die müssen angebunden werden“, ergänzt Jörg Döpke, Fachbereichsleiter Innere Verwaltung.

Beiratsmitglied Wolfgang Marhenke hat noch einen anderen Vorschlag: Der S-Bahnhof Bad Münder könnte das Ziel einer Buslinie aus Richtung Rodenberg werden. Dort stiegen die Passagiere dann in den Zug nach Hameln. Der Bedarf sei da. „Früher gab es einen Schienenersatzverkehr zwischen Haste und Bad Münder, nachdem Süntelbahn stillgelegt worden war“, so Marhenke. Alle diese Ansätze würden die beteiligten Linien attraktiver machen und ihnen zu mehr Fahrgästen verhelfen.

Ländlicher Raum wird abgehängt

Dies alles soll nun noch einmal durchdacht werden, denn Beirat und Verwaltung sehen den ländlichen Raum abgehängt, wenn hier ÖPNV-Angebote gestrichen werden, während in Ballungsräumen über Auto-Fahrverbote, diskutiert wird.

„Kommunal schaffen wir Bushaltestellen wie in Schmarrie, in Rodenberg und in der Gemeinde Apelern“, betont Döpke. Da müsse ein Fortbestand oder Ausbau bestehender Linien das Ziel sein.

„Es muss möglich sein, dass man sich zumindest zusammensetzt und das mal diskutiert“, findet Gerland. Bislang führten alle Versuche Hudallas, einen Dialog zu erreichen, ins Leere. Dennoch will er jetzt einen neuen Vorstoß unternehmen. Vertreter aus Schaumburg, Hannover und Hameln sollen innerhalb des nächsten Vierteljahres zusammenkommen und die Interessenlagen ausloten.

Guido Scholl

Jetzt mehr Fahrgäste

Auch in der Samtgemeinde Nenndorf ist die Streichung der Linie 533 ein Thema. Verwaltungs-Chef Mike Schmidt bekundete jüngst in einer Diskussion im Internet, dass ihm die Handhabe fehlt, in der Sache etwas zu bewirken. „Wir können an der Stelle auch nur Forderungen stellen“, schrieb Schmidt.

Eine Nenndorferin hatte sich eingangs bestürzt über das Aus der Linie 533 zum 15. Dezember 2019 gezeigt. Sie berichtete von zuletzt immer volleren Bussen, wenn sie auf der Route zum Job pendelt. Als einzige ÖPNV-Alternative bleibe ihr bald eine Verbindung, bei der sie dreimal umsteigen muss. gus

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