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Samtgemeinde Rodenberg Deshalb kontrolliert die Polizei jetzt an den Schulen
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Deshalb kontrolliert die Polizei jetzt an den Schulen
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12:14 14.08.2019
Vor der Lauenauer Grundschule gilt seit kurzem Tempo 30 – die Polizei sorgt sich trotzdem angesichts der Verkehrssituation besonders am Haupteingang und im hinteren Bereich. Quelle: gus
LAUENAU/BAD NENNDORF

Das Bringen und Abholen von Schülern per Auto ist in beiden Orten ein gängiges Phänomen. Besonders die Berlin-Schule in Bad Nenndorf ist geradezu berüchtigt wegen Eltern, die an der Bahnhofstraße und an der Schillerstraße oft gefährliche Situationen herbeiführen.

Nach den Sommerferien 2018 hatte Henze mit weiteren Kollegen die Berlin-Schule und das Gymnasium ins Zentrum seiner Aktivitäten gestellt.

Initiative für sicheren Schulweg gestartet

Jetzt befindet sich auch Lauenau unter genauer Beobachtung. „Dort ist die Situation leider ganz ähnlich“, erklärte der Polizeibeamte. Im Flecken gab es zuletzt vonseiten der SPD eine Initiative namens Sicherer Schulweg. Gegen das Phänomen der Eltern-Taxis kam diese aber offenbar nicht an.

Im hinteren Bereich lassen auch viele Eltern ihre Kinder aus dem Auto aussteigen. Foto: gus

Henze staunte im vergangenen Jahr nicht schlecht, als er teils phantasiereiche Ausreden von zur Rede gestellten Erwachsenen zu hören bekam.

In einem Fall wollte ein Elternteil, das zu einer Geldbuße verdonnert worden war, die entsprechende Summe vom Taschengeld des transportierten Kindes abziehen. Schließlich habe dieses verlangt, wegen Regens mit dem Auto zur Schule transportiert zu werden.

Mündliche Verwarnungen fruchteten nicht

„Die Ausreden sind jetzt also alle bekannt“, sagt Henze scherzhaft, der die Sache aber mit allem Ernst angeht. Bis 2018 hatten der Kontaktbeamte und seine Kollegen noch auf mündliche Verwarnungen gesetzt, wenn sie Eltern vor Schulen wegen Verstößen beispielsweise gegen Haltverbote zur Rede stellten. Doch weil dies nicht half, schaltete die Polizei auf scharfe Kontrollen um.

Zehn Euro bezahlen Autofahrer bei kleinen Verstößen gegen die Verkehrsregeln. Behindern sie mit ihrem Verhalten Busse, werden daraus 25 Euro. In 2018 nahm die Zahl der Verstöße – etwa das Parken in zweiter Reihe oder schlichtweg im Halteverbot – im Laufe der Kampagne ab. Darauf setzt Henze auch diesmal.

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Außerdem hofft er, mit seinem neuen Arbeitsgerät flexibler zu sein. Denn der Kontaktbeamte ist neuerdings mit einem E-Mountainbike unterwegs. Und er hat einen mobilen EC-Kartenleser dabei. „Es kann also direkt vor Ort bezahlt werden“, sagt er augenzwinkernd.

Von Guido Scholl