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17:12 24.07.2018
Unfallfrei zurück und voller Erlebnisse: Joachim Exner und Sohn Tim in ihrem Bulli „Hildegard“.
Unfallfrei zurück und voller Erlebnisse: Joachim Exner und Sohn Tim in ihrem Bulli „Hildegard“. Quelle: NAH
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FEGGENDORF

„Das ist doch eigentlich nur etwas für Verrückte im positiven Sinn“, gibt der 60-jährige Feggendorfer Familienvater zu, den seit jeher die Erkundungslust gepackt hat und sich dies wohl auf den Sohn übertrug.

Der 32-Jährige wohnt zwar inzwischen in Winsen/Luhe. Doch die Tour durch Skandinavien bis zum Nordkap, durch Russland und die baltischen Staaten sollte die groß gewordene Distanz zumindest einmal für zwei Wochen deutlich reduzieren.

3700 Euro kamen zusammen

Vor dem Start wurde der 21 Jahre alte VW-Bus T 4 in einen Top-Zustand gebracht. Außerdem mussten Spenden gesammelt werden. Denn die Besatzungen der 250 teilnehmenden Fahrzeuge waren verpflichtet, bei Freunden, Gönnern und Sponsoren um Unterstützung zu bitten. „Nicht für uns“, wie Exner Senior ausdrücklich beteuert, auch weil er selbst kein Geld angenommen hat. Das ließ sich transparent und direkt über ein Internet-Portal erledigen. Für das von den Exners ausgewählte Kinderarmuts-Projekt sammelten sich über 3700 Euro.

Die Tour führte vorwiegend über Landstraßen und - nach ausdrücklicher Veranstaltervorgabe – ohne Navigationsgerät durch Dänemark und Südschweden, Norwegen und einen Abstecher auf die Lofoten bis zum Nordkap. Die Enttäuschung nach etlichen Regentagen war groß: Auch der äußerste Zipfel Europas vor der Arktis lag im Nebel.

Das Wetter besserte sich erst in Finnland und später in Russland. Grenzformalitäten waren weniger langwierig als zunächst befürchtet: Die Bediensteten erledigten freundlich, aber bestimmt ihre Arbeit, wobei das Auto einer förmlichen Ein- und Ausfuhr unterlag. Allein 2000 Kilometer rollte „Hildegard“ durch Russland – auf breiten Straßen und auch einmal über 40 Kilometer auf einer nur geschotterten Baustelle.

Urlaubsgefühl im Baltikum

Erst im Baltikum kam ein wetterbedingtes „Urlaubsfeeling“ auf, erinnert sich Exner, der „diese Reise wohl noch mal machen“ würde. Dabei reizt ihn eine ähnliche Tour quer durch den Osten oder auch über die britische Insel. Der Vorsatz hat natürlich auch etwas damit zu tun, dass keine Panne oder Unfall die lange Fahrt trübten. Andere Teilnehmer hatten weniger Glück. Ein Wohnmobil war nach selbstverschuldeter Havarie nur noch Schrott. Etliche defekte Anlasser und Lichtmaschinen benötigten Ersatz – mitunter in ganz abgelegenen Gebieten.

Bulli „Hildegard“ hatte sich auch als Nachtquartier bewährt: „Wer mit Motorrad oder sogar einer Vespa unterwegs war, bekam gerade in der ersten verregneten Woche etliche Probleme.“ Da war ein einfallsreicher Teilnehmer mit einem Doppelstockbett in einer Doppelkabine und einem kompletten Wohnzimmer auf der mit einer Plane überdeckten Pritsche schon besser dran