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Samtgemeinde Rodenberg Frost bietet Chance zur Aufholjagd im Wald
Schaumburg Rodenberg Samtgemeinde Rodenberg Frost bietet Chance zur Aufholjagd im Wald
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00:24 03.03.2018
Zu großen Stapeln aufgeschichtet, liegt das frisch geschlagene Holz am Wegesrand. Quelle: gus
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Rodenberg/Nenndorf

An etlichen Stellen ernten die Arbeiter derzeit mit schwerem Gerät Holz. Allein im Deister oberhalb von Blumenhagen und Altenhagen II entstanden zuletzt zwei große Lichtungen. Die Stämme der Bäume liegen nun am Wegesrand zu großen Stapeln aufgetürmt. Endlich können die schweren Maschinen überhaupt wieder in nennenswertem Umfang ran. Und es herrscht großer Bedarf.

Die Stürme der vergangenen Monate hatten der Forst im Deister schwer zu schaffen gemacht. Das Orkantief „Friederike“, dass im Januar über Niedersachsen tobte, hat sich jedoch besonders verheerend ausgewirkt. „Der Sturm hat uns zwar nicht so stark getroffen wie Kyrill vor elf Jahren. Dramatisch war es trotzdem“, berichtet Christian Boele-Keimer, der als Leiter des staatlichen Forstamts Saupark zuständig ist.

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Abtransport des Holzes unmöglich

Probleme hätten die Förster jedoch schon lange vor dem Orkan gehabt: Bereits seit vergangenem Herbst sorgten aufgeweichte Böden dafür, dass die Ernte sowie der Abtransport des Holzes in vielen Waldstücken unmöglich ist. „Letztes Jahr hatten wir mancherorts 30 Prozent mehr Niederschlag als sonst“, erklärt Forstamtssprecher Joachim Hansmann. Das größte Problem sei aber, dass das wintertypische Frostwetter bisher ausgeblieben ist.

Nachdem bereits die vergangenen Winter überdurchschnittlich warm waren, sei die Situation in dieses Jahr noch einmal extremer. Die Folge: Viele Förster kamen mit ihren Erntemaschinen und Schleppern nicht zu ihren Waldstücken durch. Daher konnten die Bäume nicht geschlagen und an die Wege gebracht werden, von wo aus sie zu den Sägewerken abtransportiert werden. „Das hätte irreparable Schäden verursacht“, betont Hansmann.

Zudem sei es verboten, den feuchten Waldboden zu befahren, weil dadurch tiefe Spuren entstehen oder sich die Maschinen festfahren könnten. Vielen Förstern bleibe insofern nichts anderes übrig, als darauf zu hoffen, dass es doch noch einmal kälter wird und die Böden gefrieren. Dieser Fall ist nun eingetreten.

Sägewerken warten auf Nachschub

Trotzdem tun Hansmann seine Kollegen leid, gibt er zu. Denn diese stünden eigentlich unter Zeitdruck: Zum einen fehlt Kunden wie Sägewerken der Holz-Nachschub. Ein Engpass, der sich letztlich auch bei vielen Endverbrauchern niederschlägt, beispielsweise weil sie ihren Dachstuhl nicht zu Ende bauen können oder weil ihnen das Brennholz für den Kamin ausgeht. Zum anderen droht ein Teil der Bäume ab April von Borkenkäfern befallen zu werden und muss daher sobald wie möglich abtransportiert werden.

Diese Probleme machten besonders den kleinen Forstbetrieben zu schaffen, berichtet Boele-Keimer. „Je kleiner der Waldbesitz, desto empfindlicher treffen einen die Konsequenzen.“

Die Niedersächsischen Landesforsten hingegen, die rund 40 Prozent des Waldes im Deister bewirtschaften, können eine Durststrecke von mehreren Monaten verkraften, ohne in Schwierigkeiten zu kommen. „Das Holz läuft ja nicht weg“, sagt Boele-Keimer. Insofern könne die Ernte problemlos im nächsten Herbst nachgeholt werden, sofern es das Wetter zulässt.

Kleine Forstbetriebe hingegen könnten nicht mit so viel Gelassenheit auf die aktuelle Situation blicken. Bei ihnen macht sich die ausbleibende Ernte in schwierigen Monaten wie diesen schnell in Einnahmelücken bemerkbar. Auch deshalb legen sich die Arbeiter momentan so ins Zeug. gus, lht